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Kommentar Trassen

Stromzoll – nein danke

Maut entwickelt sich zum bayerischen Lieblingsbegriff. Nach der CSU entdeckt nun der bayerische Bauernverband den Wegezoll. Für elektrischen Strom soll er künftig entrichtet werden, der zwei Meter unter Äckern und Wiesen durch dicke Erdkabel fließt. Bezahlen sollen ihn letztlich die Stromkunden.

27.12.2016
  • MARTIN HOFMANN

Ulm. Das Argument der Landwirte klingt zunächst plausibel. Im liberalisierten Strommarkt tritt jeder Akteur an, um auch Geld zu verdienen. Da sei es nur recht und billig, wenn ein Bauer für das Bereitstellen seines Grundstücks einen kleinen Teil der Rendite abschöpft, und zwar jährlich. Bisher gab es für Eigentümer, auf deren Besitz Strommasten standen, nur eine einmalige Entschädigung – im Schnitt 20 Prozent des Bodenverkehrswerts.

Zu wenig? Nun versichern die großen Netzbetreiber, beim Zuschütten der Gräben würden die Böden so zurückgebracht, dass die Fruchtbarkeit weitgehend erhalten bleibt. Danach lasse sich die Fläche bis auf tiefwurzelnde Pflanzen nutzen wie zuvor. Die Befürchtung, dass Böden austrocknen, weil Kabel ihre direkte Umgebung um maximal zwei Grad Celsius erwärmen, scheint eher unbegründet.

Landwirte und Waldbesitzer haben Anspruch auf Entschädigung für die Dienstbarkeit an ihrem Eigentum. Ihre Ernteverluste während der Bauzeit und auch danach sollen ebenfalls ausgeglichen werden. Aber eine alljährliche Maut begründet ein Erdkabel nicht. Diese Trassen kosten alle Stromkunden mindestens zusätzliche acht Milliarden, der Trassenausbau satte 25 Milliarden Euro. Die Bauern sollten die Politik lieber anhalten, nur dort neue Trassen zu bauen, wo sie in Zeiten dezentraler Energieerzeugung unbedingt notwendig sind.

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27.12.2016, 06:00 Uhr

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