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Auf dem Brett übern See

Studenten denken über einen Wakeboardpark in Kirchentellinsfurt nach

Baden, Segeln, Schwimmen, Surfen – all das geht im Sommer auf dem Kirchentellinsfurter Baggersee. Vier Studenten haben nun eine Idee, wie der Wasserspaß noch größer werden könnte: Durch einen Wakeboard-Park.

14.02.2010
  • Sabine Lohr

Tübingen / Kirchentellinsfurt. Ein rasanter Sport ist Wakeboarden – auch zum Zuschauen. Da rasen junge Menschen in halblangen Hosen auf ihren bunten Brettern übern See, drehen sich bei meterhohen Sprüngen kopfüber um sich selbst, knallen spritzend wieder auf die Wasseroberfläche, rasen weiter, schanzen über eine Rampe und kommen schließlich klatschnass wieder am Ufer an. Um Wakeboard fahren zu können, braucht es außer Körperbeherrschung, Kraft, Mut und einem Brett vor allem eine Seilbahn. Die ist in den See gebaut und ähnelt einem Schlepplift. Allerdings würde es Skifahrer bei diesem Tempo allesamt aus der Liftspur hauen: Mit rund 60 Stundenkilometern rasen die Liftbügel, an denen sich der Wakeboarder mit den Händen festhält, über die Strecke.

Dritter Platz für den Business-Plan

Daniel Nittka ist begeisterter Wakeboarder und nimmt im Sommer immer wieder gerne die rund zwei Stunden Fahrt zum nächsten Wakeboard-Park auf sich. Dann geht’s mit Freunden nach Pfullendorf oder nach Gundelfingen bei Ulm. Der 26-jährige Nittka, Medizin-Student in Tübingen, war es auch, der die Idee zu einem Wakeboard-Park in Kirchentellinsfurt hatte.

Entstanden ist sie beim Businessplan-Wettbewerb der Hochschule Reutlingen, an dem sich Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Baden-Württemberg beteiligten. Teams aus vier bis fünf Studenten verschiedener Fachrichtungen sollten dabei für eine Geschäftsidee einen Business-Plan aufstellen, also die Kosten für die Umsetzung und eine Gewinnprognose ermitteln, einen Finanzierungsplan aufstellen, bei dem auch das benötigte Personal berücksichtigt wird, Perspektiven entwickeln und Risiken abschätzen.

Daniel Nittka tat sich mit Sarah Witstruk, Felix Faißt und Christian Leweling zusammen. Die 26-jährige Sarah Witstruk studiert Rhetorik und Empirische Kulturwissenschaften (EKW) und legte während des Wettbewerbs ihre Prüfung in EKW ab. Felix Faißt, 21 Jahre, studiert im ersten Semester General Management – „man kann auch BWL sagen“ – und Christian Leweling, 23 Jahre, studiert Germanistik und Koreanistik. Bis auf Nittka ist keiner bisher Wakeboard gefahren, und auch den Baggersee kennt nur Sarah Witstruk, die seit fünf Jahren in Tübingen lebt. „Ich war da ein paarmal baden“, sagt sie.

Dennoch sind die Vier sich sicher, dass der Epplesee in Kirchentellinsfurt ideal ist für einen Wakeboard-Park. „Er müsste ans östliche Seeufer, etwas abseits des Badebetriebs“, sagt Felix Faißt. Bei einem Lifthersteller haben sie sich erkundigt, was machbar wäre: „Wir brauchen sechs Masten für eine Strecke von rund einem Kilometer – das wäre dann mit die längste Wakeboardbahn in Deutschland“, so Faißt.

Dass es genug Leute gibt, die zum Wakeboarden nach Kirchentellinsfurt kommen würden, davon sind sie überzeugt. „Wir haben im Freundes- und Bekanntenkreis rumgefragt und alle waren begeistert“, sagt Sarah Witstruk. Außerdem gebe es gerade in Tübingen und der Umgebung viele junge Leute, die ein Wakeboard-Park ansprechen würde. „In der Region Tübingen, Reutlingen, Stuttgart leben 1,23 Millionen 14- bis 40-Jährige, das dürfte reichen“, so Faißt.

Noch ist alles reine Utopie

Kosten würden der komplette Lift, die Rampen im Wasser und ein kleiner Gastronomiebetrieb rund eine Millionen Euro, hat sich das Team ausgerechnet. Berücksichtigt ist dabei sogar schon das Personal. Das Geld beisteuern soll zum größten Teil ein Investor. Einen zu finden, da sind sich Witstruk und Faißt sicher, dürfe nicht schwierig sein, denn „laut unseren Berechnungen lohnt sich der Park schon.“ Und auch für die Gemeinde, glaubt Felix Faißt, würde sich ein Wakeboard-Park rentieren. „Wir schaffen ja Arbeitsplätze, und Gewerbesteuer fließt auch. Außerdem würde Kirchentellinsfurt attraktiver und bekannter werden.“

Noch ist das alles reine Utopie. Doch die Studenten haben sich von ihrem eigenen Business-Plan und ihrem Erfolg beim Newbiz-Cup selbst so überzeugt, dass sie den Plan noch weiter ausarbeiten wollen. Ob sie dann an die Realisierung ihrer Idee gehen – das steht noch in den Sternen.

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14.02.2010, 12:00 Uhr

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