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Luftschloss am Kapellenberg

Studenten der Forst-Fachhochschule entwickelten den Plan eines Cafés in exklusiver Lage

Den Plan eines Panorama-Restaurants bei der Wurmlinger Kapelle entwickelten Studenten der Rottenburger Forstfachhochschule. Am Mittwoch stellten sie ihre Ideen im Wurmlinger Ortschaftsrat vor. Dort lobte man das Projekt, sah aber keine Chance für eine Realisierung.

20.11.2015
  • Werner Bauknecht

Wurmlingen. Bereits bei der Begrüßung der beiden Professoren Thomas Gottschalk und Steffen Abele sprach Ortsvorsteher Georg Schöllkopf von einem „gewagten Vorschlag“ der HFR. Als Bestandteil des Studienganges „Nachhaltiges Regionalmanagement“ erarbeiteten zwei Studentengruppen einen Vorschlag zur Integration eines Restaurants unterhalb der Wurmlinger Kapelle. In zwei Teilen wurde das Ergebnis präsentiert. Zum einen unter Natur- und Landschaftsgesichtspunkten, zum andern unter ökonomischen Bedingungen wie zum Beispiel dem Besucherpotential.

Ihnen sei durchaus bewusst gewesen, dass sie für dieses Projekt nie eine Baugenehmigung erhalten würden, sagte die vortragende Studentin, die im SCHWÄBISCHEN TAGBLATT ungenannt bleiben wollte. Denn der gesamte Kapellenberg ist ein FFH- (Flora-Fauna-Habitat) und zudem ein Vogelschutzgebiet, in dem keine Bauten zugelassen sind. Weitere Konfliktzonen für das Restaurant wären die laute Straße zwischen Hirschau und Wurmlingen (L 371) und die Grillstelle am Wurmlinger Sattel. In einer virtuellen Bildcollage zeigten die Studenten eine eindrucksvolle Aufnahme des Restaurants mit 240-Grad-Panoramablick auf der Ostseite des Berges. Zur Ausstattung gehören laut Plan 80 Sitzplätze, eine Terasse sowie eine rundum verglaste Außenseite.

In einer Umfrage, bei der 60 Personen in Rottenburg und Tübingen befragt wurden, prüften die Planer das Marktpotential des Restaurants. Heraus kam, dass 76 Prozent der Befragten Interesse an einer solchen Einrichtung hätten und man mit über 200 Besuchern pro Tag rechnen könnte, wobei 63 Prozent den Sommer und 31 Prozent den Frühling als Besuchszeit präferieren würden.

Die Hälfte der Befragten wünschte sich warme Speisen im Angebot, 30 Prozent Snacks und weitere 20 Prozent Kaffee und Kuchen. Die Forderungen ans Ambiente lauteten, dass ein Biergarten gewünscht sei, moderne Architektur zum Einsatz kommen solle und das alles bei perfekter Aussicht. Das Café solle ganzjährig geöffnet sein und Kulturveranstaltungen anbieten. Bevorzugen würden die potentiellen Gäste regionale Speisen und Produkte.

Um das Projekt zu realisieren, müsste ein Betrag von etwa 1,3 Millionen Euro investiert werden. Ab dem sechsten Jahr errechneten die Planer einen Bilanzgewinn von 65 000 Euro. Selbst die Konkurrenzsituation zogen die Studenten ins Kalkül: Hohenentringen und der Schwärzlocher Hof sind, wegen direkter Nachbarschaft, die Mitwettbewerber.

Am Telefon sagte Thomas Gottschalk dem TAGBLATT, auch eine Info-Zentrum könnte integriert werden. „Dort erfährt man alles über die Flora und Fauna auf dem Spitzberg oder um den Kapellenberg herum. Da bekommt man Infos zu den Orchideen auf dem Berg, oder zu den Tieren, die dort hausen.“ Außerdem erfülle die Einrichtung auch die Funktion einer Anlaufstation nach einer Beerdigung, um dort den Leichenschmaus abzuhalten.

Der Ortschaftsrat lobte das Projekt, erkannte auch, dass es durchaus ein Interesse an einer Bewirtung in Kapellennähe gibt. Alleine schon wegen der Auflagen könne die Planung jedoch nicht realisiert werden, so die einhellige Meinung. Und außerdem: „Das Gesamtbild der Kapelle verträgt nicht so einen Bau in ihrer direkten Umgebung“, sagte Ortschaftsrat Ralf Biesinger.“

Studenten der Forst-Fachhochschule entwickelten den Plan eines Cafés in exklusiver Lage
So würde der Blick aus dem Kapellen-Restaurant aufs Ammertal aussehen. Simulation: HFR

Studenten der Forst-Fachhochschule entwickelten den Plan eines Cafés in exklusiver Lage
Und so die Ansicht von unten, aus dem Ammertal.

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20.11.2015, 12:00 Uhr

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