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Neuer Stall fürs Schwarze Schaf: Eröffnung im Februar geplant

Studentenclub zieht im Januar in die Pfleghofstraße

Das Schicksal der Tangente Night ist besiegelt. Zum Jahresende läuft der Mietvertrag aus, neuer Pächter wird der Betreiber des Schwarzen Schafs, Dimitris Katsaras. Er will im Januar umbauen und zum Semesterende im Februar eröffnen.

09.12.2014
  • Lorenzo Zimmer

Tübingen. Die Nachricht verbreitete sich am Wochenende wie ein Lauffeuer: Das Schwarze Schaf hat einen neuen Stall gefunden. Der Betreiber Dimitris Katsaras postete auf Facebook ein Ankündigungsvideo mit dem Titel „Guess who’s back“. Es wurde über 11 000-mal angeklickt.

Im Herbst 2013 hatte der Club in der Herrenberger Straße seine Türen geöffnet und erlangte innerhalb kürzester Zeit Kultstatus in Tübingen. Weil das Tanzlokal jedoch in einem Wohngebiet lag, hatte es keine Clublizenz erhalten. Nach wiederholten Problemen mit Anwohnern und gescheiterten Gesprächen am runden Tisch – Oberbürgermeister Boris Palmer versuchte damals zu vermitteln – musste das Schaf letztlich aufgeben. Katsaras suchte fortan nach geeigneten Räumlichkeiten. Kurzzeitig war die Discounthalle am Tübinger Hauptbahnhof im Gespräch. Nun ist eine Location gefunden – die Tangente Night hört zum Jahresende auf. Hausbesitzer Lothar Sartor hatte zwischenzeitlich erwogen, das Lokal an ein Wettbüro zu vermieten, doch die Stadtverwaltung lehnte dies ab. Nun übernimmt das Schaf ab Januar. Der Mietvertrag ist seit Dienstag unterschrieben.

Zuletzt hatte es zwischen Sartor und Robert Frunder, dem Wirt der Tangente, immer wieder Schwierigkeiten gegeben (das TAGBLATT berichtete). Frunder ist Mieter der Brauerei Dinkelacker, die das Gebäude wiederum von Sartor gepachtet hat. Beide Verträge laufen zum Jahresende aus – Katsaras wird in Zukunft direkter Mieter des Hausbesitzers. Er kann im Januar 2015 mit Umbauten beginnen. „Wir haben einiges vor, wollen dem Laden eine Identität geben“, so der neue Betreiber. Motto: Studentischer Charme. Die Getränkepreise möchte Katsaras im Rahmen halten: „Mehr als 5 Euro will ich für einen Longdrink nicht verlangen“. Er kann sich mit verschiedenen Getränkelieferanten zusammensetzen: „Mein neuer Mieter hat freie Hand bei Verhandlungen mit Brauereien“, sagte Sartor. Er freue sich, dass es für das Lokal einen Neubeginn im Herzen Tübingens gibt: „Ich habe mich natürlich ein bisschen umgehört, und über das Schwarze Schaf nur positives gehört – das war auch entscheidend.“

Die Erwartungen sind nach dem Erfolg in der Herrenberger Straße riesig: „Das ist mir durchaus bewusst“, so Katsaras. „Aber genau das spornt mich auch an.“ Eine Eröffnung plant er für Anfang Februar. „Das wäre ein guter Zeitpunkt, da liegt das Semester in den letzten Zügen und viele Studenten wollen nach ihren Prüfungen nochmal feiern, bevor sie in die Ferien gehen“, so der Tübinger mit griechischen Wurzeln.

Er ist in Tübingen geboren und aufgewachsen, hat Wirtschaftswissenschaften studiert und macht derzeit seinen Master in Wirtschaftspsychologie. Sein Vater betreibt das Art Café auf Waldhäuser-Ost und das benachbarte griechische Restaurant Faros. Schon als Jugendlicher konnte Katsaras im Familienbetrieb Gastronomieerfahrungen sammeln. Die Wünsche der Tübinger Partygänger glaubt er zu kennen: „Ein entspanntes Ambiente ist das A und O.“

Auch vor den Tübinger Clubs herrsche mehr und mehr eine Türpolitik, die man aus Großstädten wie Stuttgart oder München kenne. „Für reine Männergruppen gibt es ab einer gewissen Uhrzeit dann oft keinen Einlass mehr“, so Katsaras. Auch die falschen Schuhe könnten schon dazu führen, dass man abgewiesen werde. Er möchte es anders machen: „Wir werden Studenten an der Kasse sitzen haben, die nur in Extremfällen den Einlass verwehren.“ Zum Beispiel wenn jemand viel zu betrunken oder offensichtlich nur auf Ärger aus sei. Beim Personal habe er schon in der Herrenberger Straße genau hingeschaut: „Unsere Barkeeper sollten das Publikum entertainen und nicht nur produzieren.“ Dazu gehört seiner Ansicht nach, dass man Stammgästen auch mal einen Schnaps umsonst hinstelle. „Wenn man die Leute gut behandelt, kommen Sie gerne wieder und erzählen ihren Freunden von dem lustigen Abend“, so Katsaras. Alles andere sei eine kurzsichtige und gierige Denkweise.

Studentenclub zieht im Januar in die Pfleghofstraße
Die Tangente macht dicht, das Schwarze Schaf folgt nach: Hausbesitzer Lothar Sartor und sein neuer Mieter Dimitris Katsaras wurden sich einig. Bild: Zimmer

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09.12.2014, 12:00 Uhr

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