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Leben im alten Gemäuer

Studentinnen legten Mehrgenerationen-Konzept für die Felldorfer Schlossscheuer vor

Oben Wohnen, unten ein Bistro, ein Veranstaltungsraum, ein Haushaltsdienstleister, eine Koordinationsstelle für bürgerschaftliches Engagement und ein kleiner Laden mit regional erzeugten Lebensmitteln: So sieht das Konzept für die Belebung der mittleren Schlossscheuer in Felldorf aus, das Tanja König am Montag im Starzacher Gemeinderat vorstellte.

29.10.2014
  • Hete Henning

Starzach. „Mehrwert Generationenhaus Starzach 2025“ ist der Titel des Konzepts, das die Wachendorferin Tanja König gemeinsam mit ihrer Bierlinger Kommilitonin Florence Lohmiller im Rahmen des Studiengangs „Netzwerk und Sozialraumarbeit“ an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen erstellte. Teil des Studiums sei auch die Entwicklung von Ideen für neue, den gesellschaftlichen Veränderungen angepasste Wohnformen, sagt König. „Irgendwann“, so die 46-Jährige, „kommt man im Leben an einen Punkt, wo es hilfreich ist, andere Menschen um sich herum zu haben.“

So schlägt sie fürs Ober- und Dachgeschoss der im 18. Jahrhundert gebauten mittleren Schlossscheuer, die derzeit verschiedenen Vereinen als Lager dient, das „Wohnprojekt Generationenhaus“ vor: Vier bis sechs barrierefreie Wohneinheiten für alle Generationen mit Abstellräumen, eigener Waschküche und Nutzung von Gemeinschafsräumen und Dienstleistungsservice sollen ergänzt werden durch zwei barrierefreie Wohngemeinschaften für Singles und Paare, die über 60 Jahre alt sind.

Flankiert wird dieses generationenübergreifende Wohnen durch Elemente des Mehrgenerationenhauses im Sinne des gleichnamigen Programms der Bundesregierung. Danach dienen Mehrgenerationenhäuser nicht dem Wohnen, sondern „sind zentrale Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird (...) Jüngere helfen Älteren und umgekehrt.“

Neben einem Treff für alle Bürger (Bistro) könnten im Erdgeschoss der Scheuer Aktionsräume für offene Angebote (etwa Gymnastik, PC-Kurse oder Kochen) sowie für Bildung und Integration (beispielsweise Selbsthilfegruppen, Feste und Vorträge) entstehen. Außerdem sollten dort eine Koordinationsstelle für bürgerschaftliches Engagement und ein Anbieter haushaltsnaher Dienstleistungen (etwa Kinderbetreuung, Behördengänge, Haushaltshilfe, ambulanter Pflegedienst) untergebracht werden, erfuhr der Starzacher Gemeinderat am Montag. Auch ein kleiner Laden mit regional erzeugten Lebensmitteln sowie eine E-Bike-Station für die Mobilität schweben Tanja König vor.

All das, betonte Starzachs Bürgermeister Thomas Noé gegenüber dem TAGBLATT, seien „nur Ideen“. Besprochen sei noch gar nichts, und ob ein solches generationsübergreifendes Wohn- und Gemeinschaftshaus in der Felldorfer Schlossscheuer je verwirklicht werden könne, sei noch völlig offen. „Da müssen wir uns in den kommenden Monaten drüber unterhalten.“

Auch architektonische Ideen für den Ausbau der 40 auf 15 Meter messenden Scheune gibt es bereits. Sowohl der Bierlinger Architekt Reiner Dausacker als auch Architekt Ewald Loschko aus Bondorf, der bereits beim Ausbau des Felldorfer Bürgerhauses gleich nebenan verantwortlich zeichnete, brachten erste Pläne für die Schlossscheuer aufs Papier. 3 bis 3,5 Millionen, schätzt Loschko, würde so ein Ausbau sicher kosten. In dieser Summe sei dann aber alles enthalten, von der statischen Ertüchtigung des alten Gemäuers über die Sanierung des Mauerwerks und das Dach bis hin zum Aufzug und den Bodenbelägen.

Studentinnen legten Mehrgenerationen-Konzept für die Felldorfer Schlossscheuer vor
Die mittlere Schlossscheuer in Felldorf gehört zu einem Gebäudeensemble, das unter Denkmalschutz steht: Das Bürgerhaus mit dem grau gestrichenen Fachwerk links gehört ebenso dazu wie das Kutschenmuseum von Jörg-Heinrich Metz mit dem braunen Fachwerk rechts. Archivbild: Mozer

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29.10.2014, 12:00 Uhr

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