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Rettung für den Teddybär

Studierende helfen Plüschtieren – und helfen Ängste abbauen

Die „Teddyklinik“ machte Station im Kindergarten der Firma Rösch. Bei der Versorgung ihrer Stofftierchen konnten die Kinder einiges über den Arztbesuch lernen.

01.07.2015
  • Benedikt Reder

Tübingen. Plüschtiere leben gefährlich. Der aufreibende Einsatz für ihre jungen Besitzer hinterlässt oft schmerzliche Spuren im Fell der flauschigen Helden.

Jedoch naht Hilfe. Die „Teddy-Docs“, Studierende der medizinischen Fakultät an der Tübinger Uni, kümmerten sich gestern im Betriebskindergarten der Firma Rösch um die Leiden und Gebrechen von Teddy, Stoffpony und Co. Zusammen mit den Kindern verbanden sie Brüche, heilten abgefallene Ohren und verteilten Vitaminspritzen.

Wie etwa im Fall der Biberdame Lilly, die beim Knabbern im Wald von den herabstürzenden Holzstücken eines Baumes getroffen wurde. Ihrer Besitzerin Anna hatte sie gesagt, dass sie seither an Kopfschmerzen leide. Außerdem scheint ihr rechter Arm gebrochen zu sein. „Teddy-Doc“ Christian Beuter untersuchte die Patientin zunächst eingehend. „Die Kopfschmerzen werden schon bald wieder vorüber sein“, sagte er zu Anna, „aber der gebrochene Arm muss geröntgt und geschient werden“.

Das phantasievolle Spiel mit den Kuscheltieren ist kein reiner Selbstzweck. „Teddyklinik“ nennt sich das europaweite Projekt, mit dem die Angst junger Patientinnen und Patienten vor dem Arztbesuch abgebaut werden soll.

„Impfungen und Untersuchungen sind im Kindesalter oft ein Thema“, sagte Anja Truffner, die seit zwei Jahren an der „Teddyklinik“ praktiziert. „Oftmals entstehen bei den Kindern Ängste, weil sie in einer ungewohnten Umgebung sind. Das Pieksen der Nadel kommt noch hinzu, und so verbinden die Kinder mit dem Arztbesuch schnell unangenehme Erfahrungen.“

Im Rollenspiel sollen diese angebaut oder vermieden werden. „Das Kind schlüpft in die Rolle der Eltern und begleitet seinen Teddy zum Arzt“, sagte Truffner. Es hilft bei der Versorgung seines Stofftieres mit, assistiert dem Doktor und soll so erkennen, wie wichtig der Arztbesuch sein kann.

Die Idee zur „Teddyklinik“ stammt ursprünglich aus Skandinavien. Seit 2002 werden auch in Tübingen Plüschtiere verarztet. Auf Betreiben der Fachschaft Medizin begannen Studierende ehrenamtlich mit dem Projekt und besuchen seither Kindergärten in Tübingen und Umgebung. Sie verarzten spielerisch 100 bis 150 Stoffspielzeuge jedes Semester.

Lilly, der Biberdame, geht es wieder viel besser. Ein dicker Stoffverband um ihren Arm ist das Einzige, das noch an die Blessuren beim Dammbau erinnert.

Studierende helfen Plüschtieren – und helfen Ängste abbauen

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01.07.2015, 12:00 Uhr

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