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Gestorben wird überall

Studierende thematisieren Bestattungsrituale

Im Fünfeckturm von Hohentübingen präsentieren Ethnologie-Studierende in Kooperation mit Unimuseum und Stuttgarter Linden-Museum eine Sonderausstellung über Bestattungsrituale.

26.07.2014
  • jol

Tübingen. „Und tschüss!“, ist einer der erklärenden Texte neben einer Vitrine überschrieben. Überall auf der Welt wird gestorben, aber der Umgang mit Verstorbenen ist verschieden. Ethnologie-Studierende am hiesigen Asien-Orient-Institut haben sich zwei Semester lang in Bestattungsrituale verschiedener Kulturen vertieft, am Ende waren sie nicht ganz unerwartet auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten gestoßen.

Als hilfreich erwies sich die Kooperation mit dem Stuttgarter Linden-Museum. Es besitzt nicht nur viele Anschauungsobjekte zum Thema, dort lernten die elf Projektbeteiligte, mit Unterstützung durch Kuratoren, Museumspädagogen und Restauratoren ein Konzept für die Ausstellung zu entwerfen und umzusetzen.

„Diesseits – Jenseits – Abseits“, heißt die kleine Sonderausstellung im Fünfeckturm. Eröffnet wurde sie am Donnerstagabend im alten Gefängnishof, den man durch das Ethnologische Institut erreicht. Für die Besucher war dieser schmale offene Raum eine ebenso überraschende Entdeckung wie anschließend die Exponate im Ausstellungsraum.

In einer – kontrapunktisch zum Thema – eher heiteren Atmosphäre deutete Unimuseumsleiter Prof. Ernst Seidl auf den augenblicklichen Schwung im Schlossgemäuer, drei Sonderschauen sind derzeit zu besichtigen. Institutsdirektor Prof. Roland Hardenberg näherte seine Zuhörer der Problemstellung, die gemeinhin an „Nicht-Orte“ wie Krankenhäuser, Altersheime, Sterbehospize abgeschoben wird. In Süd- und Zentralasien werde viel öffentlicher gestorben, weiß der Forscher auch aus eigener Beobachtungspraxis.

Hardenbergs Professoren-Kollegin Gabriele Alex bekundete Respekt vor den studentischen Praktikern angesichts deren Kompetenz, ein schwer fassbares abstraktes Thema zu veranschaulichen. Lindenmuseum-Direktorin Prof. Inés de Castro belebte – über das aktuelle Projekt hinaus – das Interesse an fortdauernder Kooperation. Den Tod einmal mit anderen Augen zu sehen: Dazu lud Seminar- und Projektleiterin Ulrike Bohnet auch im Namen ihrer Gruppe ein. Nach dem Rundgang an den Rändern des Unbekannten, vorbei an Totenschiffmodell, Schamanen trommel und Nashornvogelkopf, wurden die Ausstellungsbesucher augenzwinkernd verabschiedet: „Leben Sie wohl!“

Studierende thematisieren Bestattungsrituale
Bei den Danjak auf Borneo werden den Seelen Schätze oder geschätzte Holzfiguren mit auf die letzte Reise gegeben.

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26.07.2014, 12:00 Uhr

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