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In Schieflage durch Paris

Stuntfamilien-Spross Schieber Roselly zeigte riskante Übungen

Im Auto auf zwei Rädern, auf dem Motorrad ganz ohne Bodenkontakt: Stuntman Schieber Roselly liebt unkonventionelle Fahrweisen, was er am Wochenende auf dem Tübinger Festplatz zeigte.

11.10.2010
  • Fabian Ziehe

Benzin im Blut: der Stuntfahrer Schieber Roselly in Tübingen

© Ziehe 02:41 min

Der Motor kreischt auf, dann gibt Schieber Roselly Gas: Die Motocross-Maschine fährt auf die Rampe zu, hebt ab, fliegt durch einen brennenden Ring und landet elegant ein paar Meter weiter. Das Publikum klatscht, angefeuert durch die Ansagerin. Der Stuntman winkt zurück. Das Ganze atmet etwas Zirkusflair, wenn auch ohne Zelt: Die Stuntshow Roselly hat eine rund zwei Fußballfelder große Fläche auf dem Tübinger Festplatz in eine Arena verwandelt. Alle Stühle entlang der Piste sind bei der Samstags-Show besetzt, weitere Besucher stehen hinter der Absperrung, rund 600 sind gekommen, gestern waren es sogar 800.

Lampenfieber ist Schieber Roselly nicht anzumerken. Die Show ist ein Familienunternehmen und der 20-Jährige ist in das Geschäft reingewachsen. Ihm, wie auch den anderen Kindern des Chefs Jacky Roselly, sei der Beruf in die Wiege gelegt worden: „Wenn man Benzin im Blut hat, macht man das“, sagt Schieber mit dem Zungenschlag der Rosellys, die aus Düren bei Aachen kommen.

Stuntfamilien-Spross Schieber Roselly zeigte riskante Übungen
Nervenkitzel auf zwei Rädern: Ein wenig Feuer peppte die Stunts von Schieber Roselly am Wochenende auf dem Tübinger Festplatz weiter auf.Bild: Faden

Die Stuntfamilie tourt derzeit durch Land: Bayern, Hessen, Bodensee, Alb, nun also Tübingen: Immernoch ist Show-Saison, zwei bis drei Vorstellungen pro Woche plus Auf- und Abbau. „Da kommt man nicht zum Üben. Aber in der Winterpause proben wir neue Crashs und Stunts, bis wir sie hundertprozentig können.“ Dabei tasten sich die Fahrer voran: Los geht es auf dem Fahrrad, dann arbeitet man sich übers Motorrad zur Auto-Akrobatik vor. So weit ist derzeit Schiebers 15-jähriger Bruder Marlon, der in der Show mit dem Quad unterwegs war. „Ist man gut genug, kann man Monstertruck fahren“, erklärt Schieber Roselly.

„Gut genug“ bedeutet: Fingerfertigkeit am Lenkrad. In der Show bringen Schieber und Jacky Roselly die Autos per Rampe in kontrollierte Schieflage. Auf zwei Reifen geht es über den Platz, Stoßstange an Stoßstange oder nebeneinander, auch Kurven sind möglich. Schieber Roselly erzählt, dass er 2005 Paris auf zwei Rädern durchquert habe. Ausgestiegen ist er nur zum Tanken, Reifenwechseln und Wasserlassen.

Stuntfamilien-Spross Schieber Roselly zeigte riskante Übungen

Mittlerweile fährt er auch in der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ mit. „Die rufen an, wenn sie Fahrer für Crashs brauchen“, sagt Roselly. Anders als in den Shows kann da auch eine Explosion dabei sein. Natürlich versuche er sich bei den Stunts so gut es geht abzusichern. Auf die Piste geht es nur, wenn der Stunt sitzt. „Ist man nervös, sollte man den Stunt nicht machen. Man muss cool und locker sein.“

Bei den Zuschauern ist dennoch Anspannung zu spüren, als Schieber Roselly sich in einem trockengelegten Schrottauto für den Überschlag bereit macht. Sein Vater schiebt ihn mit einem zweiten Auto an, es geht über die Rampe, dann überschlägt sich die Schrottkarre, bis sie auf allen vier Rädern zum Stehen kommt.

„Bei uns ist, Gott sei Dank, noch nie etwas passiert“, sagt er – nicht mitgezählt gebrochene Handgelenke oder Rippen, ausgekugelte Schultern oder Gehirnerschütterungen. „Wir werden in keiner Krankenkasse genommen, das Risiko ist zu hoch“, sagt Roselly. Sicher sei das ein belastender Hintergedanke. „Man muss die Show daher sicher machen.“

Zum Schluss geht es in die großen Maschinen. Schieber Roselly erklimmt den „Red Hunter“, einen Monstertruck mit mannshohen Reifen. Genüsslich walzt er damit drei Karossen platt – 20 Schrottautos haben die Rosellys im Vorfeld von den Tübingern zum Plattmachen bekommen. Einen drauf setzt Vater Jacky Roselly: Er startet den 1800 PS starken, Methanol-betriebenen „Bluegrass Stomper“, ein Monstertruck, den die Rosellys aus den USA importiert haben. Dieser hebt über den drei zerdetschten Karossen ab und schlägt weiter hinten in drei weitere Altautos ein. Das Publikum klatscht entzückt.

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11.10.2010, 12:00 Uhr

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