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Zweiter Tag von „Klima vor Ort“ abgesagt

Sturmböen verursachten große Schäden

Gewitterfronten sorgten am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag für erhebliche Schäden im Kreis Tübingen. „Klima vor Ort“ litt doppelt unter dem Wetter. Am Samstag kamen wegen der Hitze weniger Besucher als erhofft auf das Ausstellungsareal beim Landratsamt. Gestern sagten die Veranstalter die Messe ab, weil Sturmböen Pavillons von Ausstellern weggefegt und zerstört hatten.

01.07.2012
  • Ute Kaiser

Tübingen. „Klimamesse fällt Wetterkapriolen zum Opfer“: So fasste TAGBLATT-Geschäftsführer Alexander Frate gestern bedauernd zusammen. Weil ein guter Teil der 30 Aussteller betroffen war, entschlossen sich die Partner des Gemeinschaftsprojekts „Klima vor Ort“ – der Landkreis, die Agentur für Klimaschutz und das TAGBLATT – den zweiten Tag der Energiesparmesse komplett abzublasen.

Das Gelände hinter dem Landratsamt bot ein Bild der Verwüstung. Besonders schlimm erwischte es den Stand der Stadtwerke Tübingen. Wo sich am Vortag noch Besucher/innen erkundigt hatten, wie sie Strom sparen können und mit den richtigen Antworten beim Energiespar-Quiz Gartenscheren oder Wasserwecker gewannen, war gestern nichts mehr. Den Pavillon hatten die Sturmböen Richtung Straße weggelupft, die Informationsflyer lagen auf dem Areal verstreut. Der Notruf der Sicherheitsfirma kam gegen 20.30 Uhr. Ein TAGBLATT-Team und einige Aussteller hatten stundenlang zu tun, um die Trümmer zu beseitigen.

Dem Unwetter zum Opfer fielen auch das Programm mit Film, Diskussion über energetische Sanierung, Fachvorträgen und die Ausstellung im Foyer des Landratsamts. „Wir müssen jetzt überlegen, ob wir die Vorträge nochmal anbieten, zum Beispiel in der Agentur für Klimaschutz“, sagte deren Geschäftsführer Bernd-Thomas Hamm betroffen.

Die Aussteller, die ihre Pavillons im besser geschützten Innenhof errichtet hatten, wie etwa die Malerei Renner und die Firma Soligna aus Nehren, hatten für die Absage Verständnis. Obwohl Soligna-Inhaber Matthias Blumenthal die Zeltstangen mit 15 Kilo schweren Bleigewichten versehen hatte, hoben Böen den Pavillon hoch. Er landete erst anderthalb Meter vom ursprünglichen Standort entfernt wieder. Blumenthal hatte die Adressen von Besucher(inne)n, die ausführlich beraten werden wollen, eingepackt. Andere Aussteller ließen die Boxen mit den Kundendaten stehen. Die sind durch den Regen, der über dem Areal niederging, jetzt unleserlich.

Dabei hatte am Samstag alles vielversprechend angefangen. „Ab heute ist die Klimamesse Tradition“, sagte Landrat Joachim Walter zur Eröffnung der zweiten Auflage und kündigte damit zugleich die Fortsetzung an. Der Mitausrichter versprach „neue Impulse für den Klimaschutz“. Walter warnte aber auch vor der „bedenklichen Entwicklung“, dass Bauherren „ohne notwendige Klima-Beratung in Betongold investieren“. Das führe rasch zu Fehlinvestitionen. Die Messe helfe, konkret zu werden, denn: „Es nützt wenig, wenn wir über Klimaschutz philosophieren, aber die Lampen brennen lassen.“

Das Publikum kam mit gezielten Fragen

Die Interessierten, die am Samstag trotz der Hitze kamen, hatten „gezielte Anfragen“, so Willi Haar von der Firma Hartmann Energietechnik aus Oberndorf. Der Ergenzinger kann eigene Erfahrungen einbringen. Er hat seit zehn Jahren einen Pelletofen und eine Solaranlage: „Damals hat mich jeder belächelt.“ Inzwischen ist das anders. „Die Leute, die gekommen sind, waren auf den Punkt interessiert“, sagte Matthias Blumenthal übers fachkundige Messepublikum.

Die Wassermassen, die vom Himmel kamen, machten auch den Ausstellern aus dem Bereich Elektromobilität zu schaffen. In einen Renault Twizy, der keine Seitenfenster hat, hatte es hineingeregnet. Wenn die neuen Modelle ausgeliefert sind, werden elf dieser Elektroautos in Tübingen unterwegs sein. Der E-Bike- und der Segway-Parcours waren gestern abgebaut. Alle, die schon am Samstag lautlos auf dem elektroangetriebenen Gefährt um die Hütchen gekurvt waren, stiegen lächelnd ab.

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01.07.2012, 12:00 Uhr

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