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VfB mit breiterem Brüstle

Stuttgart glaubt an ein erfolgreiches Gastspiel beim FC Bayern

Nach dem zweiten hart erkämpften Heimsieg spüren die Stuttgarter den Hauch von Morgenluft. Vor der Partie bei dem Rekordmeister geht es darum, den defensiveren Spielstil zu kultivieren und stabilisieren.

03.11.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Ulm Richtig zufrieden wirkt Alexander Zorniger nach dem 2:0 gegen Darmstadt keineswegs. Selbstverständlich hat der Trainer des VfB Stuttgart den schwer erkämpften Dreier schnell auf der Habenseite verbucht. Die Art und Weise, wie seine Spieler gegen den Aufsteiger zu Werke gingen, stimmt ihn jedoch nachdenklich. "Es gibt schon einige Dinge, die wir noch besser machen können", sagt Zorniger mit ungewohnt ruhigem Unterton. Es kann ihm keinen Spaß bereitet haben, dass die Darmstädter phasenweise im Minutentakt frisch und frei vor dem Stuttgarter Tor auftauchten, weil es im Aufbauspiel des VfB erheblich hakte. Dagegen registriert er mit Wohlwollen, dass seine Mannschaft just in diesen Momenten der Bedrängnis überraschend und sehr effizient den Sieg herausschoss, der dem Traditionsklub etwas Luft im Abstiegskampf verschafft hat.

In dieser wackeligen Gemengelage aus gravierenden Schwächen und purer Euphorie versucht der VfB-Trainer einen positiven Trend zu erkennen, der die Laune für die nächste Aufgabe entscheidend beeinflusst: Am Samstag müssen die Stuttgarter beim FC Bayern antreten. Für das Gastspiel bei dem überlegenen Tabellenführer scheinen sie sich tatsächlich etwas auszurechnen. "Wir wollen diese Aufgabe mit allem Respekt vor Bayern München, aber auch mit allem Mut für den VfB Stuttgart angehen", sagt Zorniger. Zwar gebe es keinen Masterplan für das Duell mit dem Rekordmeister, doch sei gerade die von ihm propagierte Spielweise das ideale Mittel, um der Eliteauswahl des Kollegen Pep Guardiola Probleme zu bereiten. "Wenn gegen sie gepunktet wurde, dann, wenn Mannschaften hoch gepresst haben", so glaubt Zorniger zu wissen. Das überraschende 0:0, das die Frankfurter Eintracht am Freitag gegen die Bayern erreichte, basierte jedoch auf einer knallharten Defensivtaktik der Hessen, die einen Riegel rund um den eigenen Strafraum aufgebaut hatten.

"Die Eintracht hat ein Zeichen gesetzt, dass man gegen sie punkten kann", sagt Robin Dutt, der Sportvorstand der Stuttgarter. "Wichtig ist, dass man nicht die weiße Flagge hisst, sondern sich vornimmt, absolut über sich hinauszuwachsen." Ob der VfB-Kader überhaupt die Qualität hat, die hochkarätig besetzten Münchner in Verlegenheit zu bringen, vermögen weder Dutt noch Zorniger zu beantworten. Es liegt an dem Konzept der Verantwortlichen und an dem Auftritt der Spieler zu beweisen, dass die selbstbewussten Sprüche mehr als das am Neckarufer seit einiger Zeit populäre Pfeifen im Walde sind.

Die Partie gegen Darmstadt offenbarte einmal mehr die erheblichen Schwächen der Stuttgarter. Nach dem verheerenden Saisonstart fehlt der Mannschaft um Kapitän Christian Gentner die Leichtigkeit im Spiel und das für den kontrollierten Aufbau notwendige Selbstbewusstsein. Gehemmt nach dem Harakiri beim 3:4 in Leverkusen, beschränkten sich die VfB-Profis diesmal auf die Einfachheit des Spiels - Zweikämpfe zu gewinnen und, wenn sich die Möglichkeit ergab, schnell und direkt zu kontern. Das von Zorniger gepriesene Power-Pressing, bei dem der Gegner früh am Spielaufbau gehindert werden soll, war gegen Darmstadt nur sporadisch zu erkennen. Dafür offenbarte die Abwehr mehrfach eklatante Defizite. Der Sieg war allein Torwart Przemyslaw Tyton zu verdanken, der seine Mannschaft mit Glanzparaden im Spiel gehalten hatte. Die Angreifer der Bayern - Robben, Müller Lewandowski und Kollegen - verwerten Chancen wie diese eiskalt.

Stuttgart glaubt an ein erfolgreiches Gastspiel beim FC Bayern
Daniel Schwaab, Torschütze Gentner und Daniel Didavi (von links) nach dem Führungstreffer gegen Darmstadt. Foto: Avanti

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03.11.2015, 12:00 Uhr

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