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Stuttgart rückt den wachsenden Abfallmengen mit Personal und neuen Strategien zu Leibe
Damit die Stadt wieder sauberer wird, stellt die Verwaltung zusätzliches Personal ein. Foto: Inga Kjer:
Bald kontrolliert die Müll-Streife

Stuttgart rückt den wachsenden Abfallmengen mit Personal und neuen Strategien zu Leibe

In Bälde werden in Stuttgart Patrouillen Schmutzfinken zur Kasse bitten. Bußgeld für Kleinmüll-Sünder kann bis zu 100 Euro erreichen.

26.03.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Nicht nur Bewohnern und Besuchern fällt es auf, auch der Verwaltung: Die Landeshauptstadt wird immer dreckiger. „In Stuttgart hat die Vermüllung in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Unter den weggeworfenen Abfällen leiden das Erscheinungsbild unserer Stadt und das Wohlbefinden sowie die Lebensqualität der Bürger“, hat der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bereits im August 2017 moniert und den Schmutzfinken gemeinsam mit dem zuständigen Bürgermeister Dirk Thürnau (SPD) den Kampf angesagt. Der Gemeinderat hat dafür im jüngsten Haushalt zusätzlich zehn Millionen Euro bereitgestellt. Die Summe, die pro Jahr in die Reinigung investiert wird, erhöht sich auf knapp 30 Millionen Euro. Damit kann man viel anstellen.

Laut Rathaussprecher Martin Thronberens kann mit dem zusätzlichen Geld das Konzept „Sauberes Stuttgart“ anlaufen. Zusätzliche Gerätschaften wie Reinigungsautos, Kehrmaschinen oder Hochdruckreiniger werden beschafft und Betriebshöfe umgebaut. Zudem wird ein ganzer Schwung Mitarbeiter eingestellt. Mehr als 120 neue Jobs werden geschaffen, in erster Linie für Straßenreiniger, die im Zentrum und den Außenbezirken häufiger zu Nass-, Grob- und Oberflächenreinigungen, zur Säuberung von Brunnen oder Leerung von Eimern ausrücken sollen. Überdies sollen sie 70 besonders dreckige Spielplätze in den Blick nehmen.

Der Gemeinderat hat aber auch 13 Stellen für den Vollzugsdienst beschlossen. Die Aufgabe der neuen Stadtpolizisten wird sein, als Müll-Streifen – erkennbar und seltener auch in Zivil – für Ordnung zu sorgen. Sie werden in der Regel als Duo patrouillieren. Der Auftrag ist klar: überwachen und notfalls bestrafen. Wer Dreck macht, kriegt ein Knöllchen. Derzeit liegt der Rahmen laut Thronberens bei 20 bis 100 Euro für die illegale Entsorgung von Kleinmüll, das Land überarbeitet aber aktuell den Bußgeldkatalog. Ab Herbst werden die Streifen ausschwärmen. „Nach der Einstellung müssen die Bediensteten noch ausgebildet werden, sodass das zusätzliche Personal frühestens nach den Sommerferien wirklich bemerkt werden wird“, erklärt er.

Zu tun haben werden sie genug. Die Stadtverwaltung hat eine lange Liste an Plätzen, wo besonders geferkelt wird. Im Stuttgarter Zentrum sind das etwa der Karls- oder der Ostendplatz, doch auch etwas weiter am Rand, am Max-Eyth-See oder an der repräsentativen Aussichtsplattform in Degerloch, dem Santiago-de-Chile-Platz, kämpfen die städtischen Bediensteten gegen reichlich Unrat. Das Problem will man zudem mit mehr, mit größeren und besseren Mülleimern in den Griff bekommen. Neu in Stuttgart ist der Hightech-Behälter Solar-Presshai, der bis zu 700 Liter fassen und sich eigenständig verschließen kann, wenn er voll ist. Eines der 8000 Euro teuren Exemplare wird aktuell in der Innenstadt getestet, neue sollen folgen, etwa am Marienplatz. Wie viele Presshaie schließlich in Stuttgart aufgestellt werden, muss noch festgelegt werden.

Langfristige Kampagne

Das alles dauert. „Die Stellen sind bereits ausgeschrieben, wir haben erfreulich viele Bewerber und können demnächst die ersten neuen Kollegen einstellen. 2019 werden dann hoffentlich alle Stellen besetzt sein“, erklärt Martin Thronberens. Erste Ergebnisse auf den Straßen sollen in der zweiten Jahreshälfte sichtbar sein. Gleichzeitig sollen die Menschen etwa über Beratungen in Schulen oder Vereinen umfassend informiert und mit einer „professionell geplanten, sympathischen, groß und langfristig angelegten Öffentlichkeitskampagne“ sensibilisiert werden, denn ohne ihr Zutun geht's nicht, weiß Dirk Thürnau: „Wir brauchen ein neues Bewusstsein für Sauberkeit bei den Bürgern und den Gästen unserer Stadt. Das erreichen wir nur, wenn wir das Thema in der Stadtgesellschaft platzieren, darüber reden und so unsere Stadt gemeinsam sauberer und schöner machen.“

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26.03.2018, 06:00 Uhr

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