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Kommentar zu steigenden Strompreisen

Subvention ohne Ende

05.10.2016

Von DIETER KELLER

Neue Technologien brauchen gelegentlich einen Anschub, damit sie sich durchsetzen können. Aber wenn sie ein Drittel des Marktes beherrschen, muss eigentlich längst Schluss sein. Beim Ökostrom funktioniert die Sache leider anders. Denn wer einmal in eine Solaranlage oder ein Windrad investiert hat, der bekommt 20 Jahre lang einen garantierten Preis. Der geht selbst dann nicht zurück, wenn der Marktpreis für Strom sinkt oder es so viel Ökostrom gibt, dass er gar nicht bis zum Verbraucher transportiert werden kann. Paradiesische Zustände für Investoren. Und die Stromverbraucher?

Über die Jahre hat sich die EEG-Umlage zur mit Abstand größten Subvention in Deutschland entwickelt, und ein Ende ist nicht absehbar. Das ist schön für die Investoren. Die Zeche zahlen Privathaushalte und Unternehmen, die nicht befreit sind. Das zeigt, wie gefährlich es ist, die Gesetze des Marktes über längere Zeit auszuhebeln: Das süße Gift der Subvention macht abhängig, und es ist schwer, davon wieder herunterzukommen. Bei neuen Anlagen müht sich die Politik zwar um möglichst niedrige Garantiepreise. Aber die Belastung für die Altanlagen wird uns noch lange begleiten.

Das alles ist unbefriedigend. Aber Investoren genießen Vertrauensschutz. Doch für neue Fälle muss sich die Politik mit mehr Nachdruck bemühen, von diesem scheinbar unendlichen System rasch wegzukommen.

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Erstellt:
5. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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