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Gefahrenstelle

Suche nach Sofort-Lösungen

Der Bahnübergang Aach ist gefährlich. Die Stadt Dornstetten will am Ball bleiben – die SÜDWEST PRESSE auch.

20.04.2017

Von Hans-Peter Zepf

Wenn man sich in diesen Tagen aus Richtung Aach gerade dann dem Bahnübergang nähert, wenn der 7.25-Zug in Richtung Eutingen oder zehn Minuten später der Gegenzug in Richtung Freudenstadt passiert, sieht man genau dies: praktisch nichts. Vor allem kann man ohne starke Sonnenbrille nicht auf das Rotlicht schauen, ohne das Augenlicht zu riskieren. Bilder: Zepf

Die SÜDWEST PRESSE hat vor zwei Wochen über die Ergebnisse der Verkehrsschau am Bahnübergang Aach berichtet. Auf deren Basis hat die Verkehrsbehörde einige Maßnahmen verfügt, die, wie sie selbst einräumt, marginale Verbesserungen bewirken aber an der hohen Gefährlichkeit dieses Übergangs nichts ändern.

Standpunkt der Bahn nur schwer zu akzeptieren

Im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE hat Dornstettens Bürgermeister Bernhard Haas mitgeteilt, dass er mit einer Realisierung des Bahnhaltepunktes Aach sicher nicht mehr 2017, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit 2018 rechnet. Etwas Genaues, so räumt er ein, erfahre man von der Deutschen Bahn freilich nicht.

Gelegenheit für schlimme Unfälle gibt es also noch reichlich. Seit 2008 haben sich fünf Zusammenstöße zwischen Autos und Personenzügen ereignet, die ersten vier davon mit riesigem Glück ohne verletzte Personen, der fünfte Anfang April mit tödlichem Ausgang.

Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG ziehen sich auf den Standpunkt zurück, aufgrund des Bestandschutzes sei der Weiterbetrieb des Bahnübergangs im gegenwärtigen Zustand rechtlich möglich. Das heißt: auch ohne Schranken zu betreiben. Auch Peter Kuptz, der Leiter der Verkehrsbehörde des Landkreises Freudenstadt, räumt ein, dass diese Einstellung nur sehr schwer zu akzeptieren ist. Bürgermeister Bernhard Haas will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit Landrat Dr. Klaus Michael Rückert will er nach Sofortlösungen suchen, die die Gefährlichkeit der Situation grundsätzlich beseitigen.

Schritt-Tempo für Züge: wirkt

sicher, sofort und kostet nichts

Die Anregung der SÜDWEST PRESSE im Artikel vom 7. April soll dabei eine Rolle spielen. Auch Peter Kuptz räumt ein, dass die Gefahr praktisch völlig gebannt wäre, wenn alle Züge den Übergang in Schrittgeschwindigkeit passieren würde – eine Maßnahme, die nichts kostet und sofort umsetzbar ist. Peter Kuptz geht davon aus, dass sich auch keine Auswirkungen auf den Fahrplan ergeben würden. Vor dem Umbau des Bahnübergangs in Dornstetten sind die Züge auch dort für einige Wochen im Schritttempo gerollt.

Sollte die Bahn das ungern machen, umso besser. Es könnte womöglich die Umsetzung einer soliden endgültigen Lösung beschleunigen: die Fertigstellung des Haltepunkts Aach mit Vollschranken am Bahnübergang.

Blick nach Dornstetten: Nahezu die Hälfte aller Autofahrer stoppt zur Zeit vor dem Aacher Bahnübergang. Richtig sicher wird die Überfahrt dadurch auch nicht. So sieht der Fahrer aus der Halteposition den Streckenverlauf. Die Hecken am linken Bildrand sollen entfernt werden. Das ist schlecht für die Hecke, aber die Übersicht wird dadurch auch nicht viel besser.

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Erstellt:
20. April 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 01:00 Uhr

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