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Suche nach der dritten Spenderniere
Tapfer: Ivan Klasnic. Foto: dpa
Rückschlag

Suche nach der dritten Spenderniere

Der ehemalige Werder-Profi Ivan Klasnic versucht trotz anstrengender Dialyse, das Leben zu genießen.

29.12.2016
  • SID

Bremen. Selbst an den Weihnachtsfeiertagen gab es für Ivan Klasnic kein Entrinnen: Die fünfstündige Blutwäsche im Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf war lebenswichtig. Denn seit September wartet der einstige Bundesliga-Torjäger auf eine Spenderniere – bereits zum dritten Mal binnen elf Jahren.

„Das trifft einen schon knallhart bis ins Mark. Aber ich bin mental sehr stark und will das Leben trotzdem genießen“, sagt der 36-Jährige in einem Gespräch mit NDR.de.

Im Januar 2007 hatte der Kroate von seiner Mutter Sima eine erste Spenderniere erhalten, die allerdings abgestoßen wurde. Zwei Monate später nahm sein Körper die Niere seines Vaters Ivan an, immerhin neun Jahre lang.

Mittlerweile aber gehört die regelmäßige Dialyse wieder zum Pflichtprogramm Klasnics. Bis ein weiterer Spender gefunden wird und bis zu einer erneuten Transplantation kann es Jahre dauern. Der ehemalige Stürmer, 2004 mit Werder Bremen Double-Gewinner, erwägt daher sogar eine Rückkehr in die Heimat seiner Eltern: „In Kroatien geht es vielleicht schneller, weil dort mehr Organe gespendet werden“, berichtet er.

Bis dahin versucht der gebürtige Hamburger so normal wie möglich zu leben. Seine Profikarriere ist seit einem wenig beachteten einjährigen Gastspiel beim FSV Mainz 05 in der Saison 2012/2013 beendet, aktuell tummelt sich Klasnic bei Seniorenturnieren im Team der Traditionsmannschaft des SV Werder: „Ich brauche einfach den Sport.“

Dabei hatte der Angreifer 2008 nach sieben Jahren an der Weser die Hanseaten keineswegs im Frieden verlassen. Ein Rechtsstreit zwischen Klasnic und der damaligen medizinischen Abteilung der Norddeutschen ist nach wie vor nicht beendet. Ein Urteil des Bremer Landgerichts wird für Februar 2017 erwartet.

Bei dem Prozess geht es um mögliche Schadenersatzforderungen des ehemaligen Profis. Ein Bremer Mediziner hatte seinerzeit öffentlich erklärt, dass die Vereinsärzte die nachlassende Nierentätigkeit Klasnics bei den üblichen sportärztlichen Untersuchungen über Jahre hinweg nicht erkannt hätten. Anderenfalls wäre möglicherweise nie eine Transplantation erforderlich gewesen.

Immerhin: Nach seiner Zeit bei den Grün-Weißen hatte Klasnic noch vier gute Profi-Jahre beim FC Nantes und bei den Bolton Wanderers. Zudem schrieb er 2008 bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz Geschichte, als er als erster Akteur mit einer Nierentransplantation im kroatischen Trikot zum Einsatz kam und zwei Tore erzielte. sid

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29.12.2016, 06:00 Uhr

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