Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Kommentar

Sucht Horb bald den Super-OB?

In Horb kennt ihn mit großer Wahrscheinlichkeit kein Mensch. Er könnte aber die Zukunft der Stadt maßgeblich mitbestimmen: Christopher Probst, Oberbürgermeister-Kandidat der Mannheimer Liste. Der Chefredakteur des Rhein-Neckar-Blogs, Hardy Prothmann, nennt ihn den „Königsmacher“. Durch Probsts Wahlerfolg von knapp 16 Prozent wurde er auf einen Schlag zu einem der bedeutendsten Spieler beim Kampf um den Oberbürgermeisterposten in Mannheim.

16.06.2015
  • Benjamin Breitmaier

Nun kommt es auf die Flirtqualitäten eines Peter Rosenberger an. Wenn Probst zurückzieht und eine Wahlempfehlung für Rosenberger ausspricht, könnte SPD-Mann Peter Kurz die Neuwahl am 5. Juli verlieren. In Horb hieße das: Einmal Kandidatenaufstellung bitte. Das bürgerliche Lager – Rosenberger und Probst – hatte am Sonntag eine hauchdünne Mehrheit vor dem Kandidaten von Rot-Rot-Grün, Peter Kurz. Würden die Probst-Anhänger für Rosenberger abstimmen, könnte sich der Horber OB in den Mannheimer Chefsessel fallen lassen. In dem Fall fiele das Sommerloch für die Lokalpresse der kleinen Neckarstadt aus. Die Sendung „Horb sucht den Super-OB“ würde einige Male die Titelblätter zieren.

Ob bei diesem Szenario Christopher Probst einfach mitspielt, ist unwahrscheinlich. In den Podiumsdiskussionen zur OB-Wahl war teilweise deutliche Spannung zwischen ihm und Rosenberger zu spüren. Interne Kreise berichten, dass Probst auf rein menschlicher Ebene dem SPD-Amtsinhaber zugeneigt ist. Noch am Sonntagabend antwortete Probst auf die Frage, ob er zurückzieht, dass doch auch Rosenberger zurückziehen könnte. Aus dem Lager Rosenberger kamen schon am Sonntag die ersten Annäherungsversuche. Immer wieder betonten CDU-Vertreter, dass das bürgerliche Lager „an einem Strang ziehen sollte“. In der Tat gibt es gerade bei Themen wie „Bundesgartenschau 23“ einige Berührungspunkte in den Programmen der beiden Kandidaten.

Gestern Abend trat die Mannheimer Liste zur Vorstandssitzung zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Viel Zeit für die Entscheidung bleibt nicht: Das Kommunalwahlrecht Baden-Württembergs sieht vor, dass Kandidaten höchstens bis Mittwochabend, 18 Uhr, Zeit haben, offiziell zurückzuziehen.

Sollte Probst das nicht tun, wird sein Name am 5. Juli wieder auf dem Wahlzettel stehen. Wäre das der Fall, wird es schwer für Rosenberger. Peter Kurz lag immer noch mehr als 13 Prozentpunkte vor dem Horber Konservativen. Im zweiten Wahlgang braucht der Sozialdemokrat keine absolute Mehrheit mehr. Kurz hätte dementsprechend bei gleichem Ergebnis gewonnen. Daneben ist zu erwarten, dass der amtierende Oberbürgermeister den Schuss vor den Bug ernst nimmt. Der Sozialdemokrat wird mit allen Mitteln versuchen, seine Anhänger hinter sich zu vereinen. Er weiß, dass vor allem die desaströs niedrige Wahlbeteiligung in eigentlich sicheren SPD-Gebieten, ihm das Genick gebrochen hat. Rosenberger hat jetzt also noch bis morgen Abend Zeit, Christopher Probst den Hof zu machen. Dass der sich günstig kaufen lässt, ist nicht zu erwarten. Sollte die Kandidatenliste am 5. Juli trotzdem nicht kleiner werden, kann sich Peter Rosenberger darauf einstellen, dass er 2017 wieder im guten alten Horb ran darf.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

16.06.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball