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Prost aufs Reinheitsgebot

Süddeutsche Nachwuchs-Brauer entwickelten zwei Jubiläums-Biere

Im kommenden Jahr wird das deutsche Reinheitsgebot 500 Jahre alt. 21 junge Bierbrauer aus ganz Süddeutschland trafen sich vor kurzem in Remmingsheim, um zwei Jubiläumsbiere abzufüllen: das „20“ und das „16“. Mit von der Partie: Martin Schimpf von der Kronenbrauerei.

20.11.2015

Von Andreas Straub

Remmingsheim. Der 31-jährige Martin Schimpf hat schon eine Menge Erfahrung im Biergeschäft. Denn schon als 20-Jähriger fing in der familieneigenen Brauerei an. Die Kronenbrauerei zählt mit 15 Mitarbeitern zu den kleinen Betrieben der Branche.

Kein Vergleich zu internationalen Mega-Konzernen, die das Geschäft dominieren. Derzeit will AB Inbev den Konkurrenten SAB Miller übernehmen, die Genehmigung der Kartellbehörden steht noch aus. Der fusionierte Konzern würde ein Drittel des weltweiten Biermarktes kontrollieren. „Das wäre eine wahnsinnige Größenordnung?, sagt Schimpf.

Die Remmingsheimer beziehen die meisten Rohstoffe aus der Region. Das mache die Produktion teurer. Eine weitere Schwierigkeit: Der deutsche Biermarkt schrumpft. „Vor rund 40 Jahren trank jeder Deutsche im Schnitt 150 Liter Bier, heute sind es nur noch 100 Liter?, sagt Schimpf. „Manche Brauereien leben nur noch vom Export.?

Daher ist er auch zufrieden, dass die Umsätze seiner Kronenbrauerei in den vergangenen Jahren stabil geblieben sind. „Wir müssen uns auf Nischen und die Region konzentrieren?, sagt Schimpf. Und neue Ideen und Biere entwickeln, wie das „20? und das „16?.

Die beiden neuen Biertypen hat Schimpf mit entwickelt, als einer von 21 Nachwuchs-Brauern. Einmal im Jahr treffen sich die jungen Männer zu Seminaren und, laut Schimpf das Wichtigste, um sich auszutauschen. „Natürlich braucht man nicht 21 Leute, um ein Bier zu entwickeln?, erklärt Schimpf. „Der Zusammenschluss ermöglicht uns aber, eine größere Menge zu einem vernünftigen Preis herzustellen.?

Schimpfs 20 Kollegen kamen im Oktober nach Remmingsheim, um die gesamte erste Charge, die bereits im August gebraut wurde, abzufüllen und zu verpacken.

Das Reinheitsgebot besagt, dass nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zum Brauen verwendet werden dürfen. Die Idee hinter „20? und „16? war laut Schimpf, die Rohstoffe und ihre besonderen Aromen jeweils herauszustellen. Das „20? (mit 20 Prozent Stammwürze) betont eher fruchtige Aromen aus dem Hopfen. Das 16-er Bier hat eine dunklere Farbe und schmeckt eher malzig, fast rauchig.

Die Junioren haben nicht nur beide Rezepturen entwickelt, getestet und eingebraut, sondern auch den Karton und die Etiketten gestaltet. Sogar ein eigenes Glas mit geschwungenem Bauch, das die Aromen besser zur Geltung bringen soll, haben sie gestaltet. „Das Bier schmeckt darauf ganz anders als aus einem normalen Glas oder Krug?, sagt Schimpf. „Mit den beiden Bieren haben wir gezeigt, wie vielfältig Geschmack im Rahmen des Reinheitsgebots sein kann.?

Martin Schimpf kostet das Bier zum Jubiläums-Jahr 2016. Die „20“ und die „16“ sollen auch unterschiedliche Grade von Stammwürze kennzeichnen.Bild: Straub

Mit zwei Goldmedaillen wurden das Schimpf Kristall-Weizen und der Weizenbock beim diesjährigen „European Beer Star? ausgezeichnet. Der international renommierte Wettbewerb gilt als „Champions- League? der internationalen Brauwelt. Bei einer Blindverkostung mussten sich 115
Tester ? Braumeister, Biersommeliers und ausgewiesene Bierkenner aus 27 Ländern ? zwischen 1957 Bieren entscheiden. In 55 Kategorien (Bierstile europäischer Brauart) vergaben sie jeweils nur eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille. „Das ist schon eine herausragende Bestätigung für unsere Braumeister Stefan Thomann und Björn Vollmann?, freuten sich die beiden Geschäftsführer und Inhaber der Brauerei Martin und Alfred Schimpf, „und die höchste Anerkennung für unsere Herstellungsweise.?ele

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Erstellt:
20. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. November 2015, 12:00 Uhr

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