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Südwest-Genossen verteidigen Marktposition
Roman Glaser sieht überall „strahlende Gesichter“. Foto: DPA

Südwest-Genossen verteidigen Marktposition

Kooperativen in Baden und Württemberg verkauften 2015 über 150 Millionen Liter

15.10.2016
  • HANS GEORG FRANK

Stuttgart. Winzer bemühen Superlative, um den Jahrgang 2016 zu bejubeln. „Spitzentropfen werden in den Keller kommen“, verspricht Martin Kurrle von der Kooperative Collegium Wirtenberg. Beim Trollinger erwartete er „hervorragendste Qualitäten“, der Riesling sei „bombastisch“. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, sieht überall „strahlende Gesichter“. Mit Menge und Qualität seien die Genossenschaften (WG) in Baden und Württemberg, wo 70 Prozent der Rebfläche bewirtschaftet werden, durchweg zufrieden.

Die Genossen konnten sich auf einem umkämpften Markt behaupten. In Württemberg haben die 40 Genossenschaften 2015 mit 69,3 Mio. Liter etwas mehr Wein und Sekt verkauft, der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 219,1 Mio. EUR. Die 76 WG in Baden setzten mit 81,2 Mio. Liter 2,2 Prozent weniger ab, der Umsatz ging bei 261,8 Mio. EUR nur um 0,5 Prozent zurück. Präsident Glaser spricht von Stabilisierung.

Die Forderung des Handels nach niedrigeren Preisen habe zurückgewiesen werden können, sagte Dieter Weidmann, Chef der Württembergischen Zentralgenossenschaft. Aber der Wettbewerb werde auch keine Erhöhung zulassen. Dabei sei wegen gestiegener Ausgaben ein Zuschlag dringend notwendig. Kostet die Dreiviertel-Liter-Flasche deutschen Weins im Schnitt 2,39 EUR, so mussten für Badener 2,99 EUR und für Württemberger 3,05 EUR bezahlt werden. Weidmann freut sich über „eine hohe Kundenloyalität“.

Der genossenschaftliche Weinbau steckt in einem starken Strukturwandel. Innerhalb von 15 Jahren sank die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe in Baden von 25 480 auf 14 600, in Württemberg blieben von 16 200 noch 9710 Wengerter übrig. Meist gaben die Besitzer kleiner Parzellen auf. Deshalb stieg die Zahl der Betriebe mit mehr als 5 Hektar landesweit von 960 auf 1482. Diese Veränderungen sind im Sinn von Fachleuten wie dem WZG-Chef: „Ich bin darüber nicht unglücklich, weil professioneller gearbeitet werden kann.“

Und dennoch: „Es ist nicht einfach, die nachkommende Generation für den Weinbau zu begeistern“, sagte Martin Kurrle vom Collegium Wirtemberg, einem 2007 entstandenen Zusammenschluss. Er sieht die Industrie im Raum Stuttgart als Konkurrenz an. Mit Wehklagen begnügt sich Kurrle, in Personalunion Geschäftsführer und Kellermeister, allerdings nicht. Als „Wine Guides“ werden junge Leute mit Weinbezug geschult, sie bieten auch „Sunset Wine Tastings“ an, also Weinproben bei Sonnenuntergang. Diese Vermarktung überzeugte drei junge Männer: Sie haben sich für die Ausbildung in der Weinwirtschaft entschieden. Hans Georg Frank

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15.10.2016, 06:00 Uhr

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