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Sully

Sully

Clint Eastwood erzählt die Geschichte des Piloten (Tom Hanks), der 2009 ein Passagierflugzeug auf dem Hudson River notgelandet hat.

Sully

USA 2016

Regie: Clint Eastwood
Mit: Tom Hanks, Laura Linney, Aaron Eckhart

96 Min. - ab 12 Jahren

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01.10.2016
  • Klaus-Peter Eichele

„Ich bin kein Held“, sagt Sully. „Ich habe bloß meinen Job gemacht“. Der bestand in diesem Fall darin, ein Passagierflugzeug, dessen Triebwerke kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen La Guardia ausgefallen waren, sicher zu Boden zu bringen. Unter massivem Zeitdruck entschied sich der Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger für eine Notwasserung auf dem Hudson River. Alle 155 Insassen überlebten. Die Bilder des waghalsigen Manövers gingen 2009 um die Welt. Jetzt hat Clint Eastwood daraus einen angenehm unaufgeregten Film gemacht.

Weil zwischen der Kollision des Flugzeugs mit einem Vogelschwarm und der Landung nur gut 200 Sekunden vergingen, was schwerlich für einen abendfüllenden Actionfilm reicht, blieb Eastwood gar nicht anderes übrig, als den Fokus zu verschieben – und zwar in eine Richtung, die durchaus erkennen lässt, warum der 86-Jährige im zurückliegenden Wahlkampf Donald Trump unterstützt hat.

Denn während das einfache Amerika Sully als Retter von 155 Menschenleben feiert, hat das Establishment aus Wirtschaft und Politik nichts besseres zu tun, als den Piloten vor einen Untersuchungsausschuss zu zerren. Dort soll mit schwerem technischem Geschütz bewiesen werden, dass Sully ebenso gut zum Flughafen hätte zurückkehren können. Zwischen all den Computersimulationen spielt der Mensch mit seinem gesunden Verstand alsbald überhaupt keine Rolle mehr.

Von Trump-Propaganda ist der Film dennoch flugmeilenweit entfernt. Dafür bürgt neben Eastwoods eher nüchterner Inszenierung vor allem der von Tom Hanks gespielte Sully selbst. Mit seiner Umsicht, seiner Nachdenklichkeit und der Fähigkeit zur Selbstkritik ist er so ziemlich das Gegenteil des polternden Demnächst-Präsidenten.

Vertraut lieber der Intuition des einfachen Amerikaners als den Technokraten – so die Essenz dieses dezenten Heldenepos.

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01.10.2016, 14:51 Uhr

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