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Energiewende

„Sunshine“-Staat

Der Strompreis steigt „moderat“. Zu unserem Aufmacher und ÜBRIGENS vom 16. Oktober.

18.10.2012

Die Energiewende ist mehr als der Ausbau erneuerbarer Energien und insbesondere der Photovoltaik. Es geht um intelligente Einspeisung und Transport von fluktuierenden Energien bei Sicherstellung der Versorgung und Bezahlbarkeit des Stroms auch wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Wer jedoch Probleme bei der Umsetzung anspricht, wird reflexartig als Bremser, Fürsprecher großer Stromkonzerne oder Energiewende-Wender abgestempelt. Es wird als normal angesehen, dass im „Sunshine“-Staat Deutschland die Massenfertigung von technisch noch lang nicht ausgereiften Photovoltaik-Anlagen mit 100 Milliarden Euro subventioniert wird, während Forschung und Entwicklung im Gesamtbereich der Erneuerbaren viel wichtiger wäre.

Es wird übersehen, dass die erneuerbaren Energien längst Opfer ihres eigenen Erfolgs wurden. Gerade weil sie den Preis an der Strombörse drücken, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird die Differenz zu den festgelegten Vergütungssätzen so hoch, dass die EEG-Umlage steigt. Ein Überdenken des EEG ist damit nichts anderes als eine notwendige Korrektur nach erfolgreichem Ausbau der Erneuerbaren.

In der Tübinger Nabelschau bleiben bundesweite Herausforderungen besonders gerne ausgeblendet: „Unsere Stadtwerke sind ja nicht verantwortlich für Preissteigerungen und unsere Betriebe werden eh nicht entlastet. Energieintensive Betriebe in anderen Regionen sollen ruhig Deutschland verlassen, interessiert uns ja nicht und um den notwendigen Ausbau der Übertragungsnetze müssen wir uns ja auch nicht kümmern.“ Weil sich Tübingen nicht um andere schert, ist sie ja auch die einzige Stadt, die eine Citymaut will. Schwarz-W eiß.

Lars Christiansen, Rottenburg

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18.10.2012, 12:00 Uhr

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