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Musical

Superkalifragilistisch expiallegorisch

„Mary Poppins“ ist ein beliebtes Kinderbuch und ein Filmklassiker. Doch seit Jahren erobert die Geschichte ebenso die Bühnen – nun auch in Stuttgart.

12.10.2016
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Mit dem Schirm in der Hand, im strengen Kostüm, aber mit Blümchenhut und zartem Lächeln schwebt sie heran. Wie Julie Andrews als zauberhaftes Kindermädchen Mary Poppins im trauten Heim der Londoner Bankerfamilie Banks landet, ist ein ikonographisches Bild der Filmgeschichte. 52 Jahre ist das her – jetzt fliegt Mary Poppins auch auf die deutsche Musicalbühne. Am 23. Oktober ist Premiere im Stuttgarter Apollo-Theater. Die könnte geradezu supercalifragilisticexpialigetisch werden. Oder auch superkalifragilistisch expiallegorisch.

Hinter diesen Kunstwörtern steckt Mary Poppins Geisteshaltung: Es ist ihre magische Formel gegen die Zumutungen des Alltags. Einst war der gesungene Zungenbrecher – einer von mehreren Ohrwürmern aus dem Film – in fast jedermanns Munde. Die fantasievoll-liebenswerte Geschichte und die eingängige Musik der Brüder Richard M. und Robert B. Sherman sind wie gemacht für den Sprung auf die Musicalbühne.

1934 veröffentlichte die Australierin P. L. Travers ihren ersten Mary-Poppins-Roman, 1964 wurde die unorthodoxe, aber gutherzige Gouvernante dann durch die farbenfrohe Disney-Fassung weltberühmt: eben in Gestalt von Julie Andrews. Natürlich wurde die Story etwas hollywoodisiert; der Film „Saving Mr. Banks“ (2013) mit Tom Hanks als Walt Disney und Emma Thomson als P. L. Travers erzählt vom Verkauf der Filmrechte und vom zähen Ringen um die Adaption des Buches.

Der Film war damals ein Riesenhit, wurde für 13 Oscars nominiert und holte fünf, unter anderem Andrews als beste Hauptdarstellerin. Die Sherman-Brüder gewannen gleich zwei: für die Filmmusik und den Song „Chim Chim Che-ree“. Das Werk mag einem heute leicht altmodisch anmuten, aber seinem bewusst naiven Charme kann man sich noch immer kaum entziehen. Der Strahl- und Stimmkraft Julie Andrews' sowieso nicht. Geradezu drollig sind die Sequenzen, in denen die Schauspieler in einer fantastischen Zeichentrick-Umgebung Abenteuer erleben.

Wie andere Disney-Hits, etwa „Der König der Löwen“, wurde schließlich auch aus „Mary Poppins“ ein Bühnenmusical – mit vielen Film-Evergreens und ein paar neuen Liedern. Im Dezember 2004 feierte das Stück in Bristol Premiere und wurde dann am Londoner West End gespielt, 2006 kam es an den Broadway, wo es bis 2013 stattliche 2619 Mal gespielt wurde.

Ein Hit in zehn Sprachen

Zwölf Millionen Menschen haben das Musical weltweit bislang gesehen, es gibt Fassungen in zehn Sprachen von Tschechisch über Isländisch und Ungarisch bis Estnisch; die deutschsprachige Version lief zunächst in Wien.

„Mich bezaubert nach wie vor, wie sehr die Show das Publikum berührt“, sagt Regisseur James Powell, der schon in England zum Kreativteam gehörte. Das Musical biete „alle Zutaten, die sich die Zuschauer heutzutage von einem Musical versprechen und zeigt darüber hinaus verblüffende Momente“. Etwa wenn das Geschehen zwischen realer und fantastischer Welt hin und her wechselt. Doch überrasche die Show „besonders durch ihre rührende und innige Geschichte“. 42 Darsteller werden auf der Bühne stehen, dabei vielfältige Tanzszenen bieten.

Auf die große Leinwand kehrt Mary Poppins auch zurück. So wie zuletzt schon mit den Disney-Klassikern „Cinderella“ und „Das Dschungelbuch“ erfolgreich geschehen, wird der Stoff ebenso fürs Kino neu verfilmt. Die wunderbare Emily Blunt hat die Aufgabe, in die freilich ziemlich großen Schuhe Julie Andrews' zu schlüpfen. Meryl Streep wird ebenso mitspielen, Filmmusical-Fachmann Rob Marshall („Chicago“, „Into the Woods“) Regie führen.

Das ist freilich Zukunftsmusik: „Mary Poppins Returns“ soll im Jahr 2018 in die Kinos kommen. Bis dahin schwebt die Gouvernante auf die Musicalbühne. Total supercalifragilisticexpialigetisch.

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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