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Superreiche US-Ministerin
Donald Trump und Betsy DeVos. Foto: afp
Washington

Superreiche US-Ministerin

25.11.2016
  • PETER DE THIER

Washington. Der neugewählte US-Präsident Donald Trump will offenbar beweisen, dass er den Worten „niemand respektiert Frauen mehr als ich“ Taten folgen lässt. Seine Bildungsministerin soll die 58-jährige Milliardärin Betsy DeVos aus Michigan werden. Die vierfache Mutter kämpft unermüdlich für konservative Werte und war früher Vorsitzende der Republikaner in ihrem Heimatstaat.

Die Ernennung gilt als Überraschung. Gleichwohl war die Reform des öffentlichen Schulsystems schon immer ein besonderes Anliegen DeVos' – neben ihren Bemühungen, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen zu verhindern. „Der Status Quo unseres Bildungssystems ist schlicht inakzeptabel“, schimpft sie und verweist auf das schlechte internationale Abschneiden amerikanischer Schüler in Pisa-Studien. Ganz im Sinne ihres künftigen Chefs plädiert DeVos für die Einführung von Gutscheinen, die es Familien ermöglichen sollen, Kinder auf Privatschulen zu schicken. Auch hofft sie, in allen US-Staaten Charterschulen einzuführen, die mit Steuergeld finanziert aber privat verwaltet werden.

Dass DeVos mit einem Kabinettsposten belohnt wird, dürfte aber nicht allein mit ihrem Engagement in Bildungsfragen zusammenhängen und damit, dass sie laut Trump „allen Familien einen Weltklasse-Schulunterricht“ wird ermöglichen können. DeVos war während des Wahlkampfs eine der großzügigsten Spenderinnen für Trump. Die Tochter eines schwerreichen Herstellers von Autoteilen kann es sich leisten. Sie heiratete ebenfalls einen Milliardär, den Industriellensohn Dick DeVos, der sich 2006 vergeblich um das Gouverneursamt in Michigan beworben hat. Ihr Bruder ist Erik Prince, Gründer der umstrittenen Söldnerfirma Blackwater, die im Irakkrieg Terrorverdächtige gefoltert haben soll. Peter DeThier

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25.11.2016, 06:00 Uhr

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