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Die drei von Honey Pie

Swing mit bissigen und hintersinnigen Texten

Trotz des Fußballspiels im Fernsehen, des evangelischen Kirchentags in Tübingen und des guten Wetters zogen Honey Pie am Samstagabend rund 80 Zuhörer in das Kirchentellinsfurter Schloss.

21.05.2012

Von Michael Sturm

Kirchentellinsfurt. „Honey Pie, you are making me crazy“, sangen einst die Beatles. Den Titel dieser Hommage an die Swingmusik der Zwischenkriegszeit haben die drei Sängerinnen der Band gleichen Namens im Programm – in einem Arrangement, das an die glorreichen Zeiten des Swing erinnert.

Susanne Schempp (Mezzosopran) und Anette Heiter (Alt), 1985 zwei der drei Gründerinnen, hatten Honey Pie zwischen 2001 und 2010 zur Ruhe gelegt, um a cappella zu singen. In der Formation Salt Peanuts schrieben sie Stücke und arrangierten sie selbst. Dort trafen sie auch die Sopranistin Dorothee Götz, mit der sie die Honey-Pie-Erfolgsformel wieder aufnahmen.

Im Rittersaal des Kirchentellinsfurter Schlosses standen die Stimmen im Vordergrund. Das Auftaktstück „Chattanooga Choo Choo“, vom Glenn Miller Orchestra bekannt gemacht, reicherten Honey Pie mit aufpeppenden Doo-Wop- Elementen an. Die unterstreichende Choreografie, etwa, am Strang einer unsichtbaren Lokomotivpfeife zu ziehen, schien dagegen von den Andrews Sisters, dem erfolgreichsten Frauen-Trio der 1930er Jahre, ausgeborgt zu sein.

Gestützt von Susanne Schempps Gitarre wechselten sich die drei an der Führstimme ab, die jeweils anderen beiden sangen im Hintergrund. Dorothee Götz fügte dem Gospel „Operator“ zum Abschluss derart hohe Töne bei, dass Anette Heiter trocken kommentierte, dies sei Honey Pies Beitrag zum Kirchentag – womit auch geklärt war, dass die drei Frauen ihr Publikum nicht nur gesanglich, sondern auch mit scharfzüngigen Texten erbauen würden. Susanne Schempp erntete erheitertes Kichern, als sie über verführendes Kochen sang, dem bei mangelnder Wirkung ein garantiert wirksames Pilzgericht als Nachtisch folgt.

In „Walter will Wellness“ besang Anette Heiter den Mann in der Midlife Crisis. Darüber hinaus forderten die drei mit erweiterter Instrumentalbesetzung dazu auf, die „Freiheit“ zu genießen und „Ordnungswidrigkeiten“ zu begehen. Und die Fee, von der man sich guten Service bei der Post wünscht, traut sich höchstens Frieden in Nahost zu. Das war bereits die geforderte Zugabe, dem die drei von Honey Pie unter viel Schlussapplaus „Und tschüss“ hinzufügten.

Nach der Pause mit voller Instrumentierung: Honey Pie (von links) Doro Götz, Anette Heiter und ihre Schwester Susanne Schempp im Kirchentellinsfurter Schloss. Bild: Faden

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Erstellt:
21. Mai 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Mai 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2012, 12:00 Uhr

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