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Wortkunst und Musik im Künstlerhof

TAGBLATT-Gutenachtgeschichte erweiterte Gattungsspektrum

Gut 120 Leute kamen am Freitagabend in den ehemaligen Rottenburger Spitalhof zur vorletzten TAGBLATT-„Gutenachtgeschichte“ der Saison.

30.08.2010
  • michael hahn

Rottenburg. Nach einer Tour über die Dörfer kehrte der rote Vorlesesessel des TAGBLATTs am Freitagabend noch einmal in die Kernstadt zurück – allerdings nicht mehr ins traditionelle Basislager vor der ehemaligen Spitalkelter in der Alstadt, sondern in den ehemaligen Spitalhof unterhalb des Kreuzerfelds. Das Areal diente lange als städtischer Bauhof, seit vier Jahren sind hier Künstlerateliers untergebracht. Die Gattungen reichen von Malerei über Keramik bis zu Rauminstallationen. „Wir sind ein Projekt, das immer noch wächst“, sagte der Künstlerhof-Vorsitzende Herbert Schmidt in seiner Begrüßung. Weil es zeitweise heftig regnete, hatten die Organisatoren die Stühle im Eingangsportal aufgestellt – unter dem mächtigen Gebälk der alten Scheuer.

Fünf (von insgesamt zehn) Künstler/innen öffneten am Freitag auch ihre Ateliers für Neugierige. Sie dürften es nicht bereut haben, denn etwa die Hälfte der gut 120 Gutenacht-Zuhörer hob die Hand, als TAGBLATT-Öffentlichkeitsarbeiterin Evelyn Ellwart-Mitsanas fragte, wer denn am Freitag zum ersten Mal den Weg in den „Künstlerhof“ gefunden habe.

Einer der Neulinge war der Gitarren-Spieler (und -Lehrer) Ingo Andruschkewitsch, der überhaupt erst seit drei Wochen in Rottenburg lebt (in Schwalldorf). Er trat am Freitag mit einigen selbstkomponierten Stücken zum ersten Mal öffentlich in Rottenburg auf – auch wenn er zusammen mit seiner Frau (die seit zweieinhalb Jahren als Kantorin für die evangelische Kirchengemeinde arbeitet) schon öfter im kirchlichen Rahmen gespielt hatte.

Oda von Alvensleben, die erste Vorleserin des Abends, schöpfte ihre 30 Minuten nur zur Hälfte aus. Sie las zwei Märchen von Jorge Bucay, eines argentinischen Schriftstellers und Psychotherapeuten, dessen Bücher im Spanischen Millionenauflagen erreichen. (Jorge Bucay: „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“, Fischer-Verlag, 9 Euro).

Nach der Pause (mit Getränken und Häppchen in Schmidts Atelier) setzte Harald Kersten, der zweite Vorleser, erst mal zu einem literaturwissenschaftlichen Vortrag an. „Kurzgeschichten dürfen auch mal ein bisschen länger sein“, sagte Kersten, der unter anderem an der Rottenburger Volkshochschule mehrere Literaturkurse anbietet. Er las eine Erzählung des gebürtigen Dresdners Ingo Schulze, der über seine Schriftsteller-Erfahrungen als Stipendiat in New York berichtet, mit allerlei tagesaktuellen Einsprengseln.

Dass Kersten als Literaturwissenschaftler arbeitet, sei „witzig“. sagte er selbst – denn er ist seit seiner Kindheit stark sehbehindert. „Ich lese viel. Ich brauche dafür eben etwas länger als andere.“ Seinem Vortrag war das nicht anzumerken: Er las die äußerst vergnügliche Erzählung flott und mit theatralischem Ausdruck (Ingo Schulze: „Handy“, dtv, 8,90 Euro).

Info: Die letzte Station unserer diesjährigen Gutenachtgeschichten-Reihe ist am kommenden Freitag, 3. September, um 19 Uhr im Baisinger Schlosshof.

TAGBLATT-Gutenachtgeschichte erweiterte Gattungsspektrum

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30.08.2010, 12:00 Uhr

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