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Eine kleine Sensation

TAGBLATT-Leser/innen spendeten über 100.000 Euro – bis jetzt

Am vergangenen Freitag war es so weit: Erstmals in der TAGBLATT-Geschichte kamen bei einer Weihnachtsspendenaktion mehr als 100.000 Euro zusammen. Und es kann sogar noch mehr werden.

11.01.2015
  • Ulrich Janssen

Kreis Tübingen. Dass in diesem Jahr so viel Geld zusammenkommt, damit hatte kaum jemand gerechnet, auch Sylvia Takacs nicht, die den „Notfonds Flüchtlingshilfe“ eigens für die Spendenaktion mit vielen Mails ins Leben gerufen hatte. „Da wird mir ja ganz kribbelig“, sagte sie am Telefon, als sie die frohe Botschaft erfuhr. Insgesamt sind jetzt 100.855 Euro auf den beiden Spendenkonten.

Das Thema hat berührt

Mindestens 54.000 Euro gehen, so der aktuelle Stand, an den Fonds (unser Projekt 2), der von zahlreichen Initiativen aus dem gesamten Kreis Tübingen getragen wird. Warum diese überraschende Großzügigkeit? „Das Thema“, vermutet Sylvia Takacs, „ist einfach relevant.“ Der Krieg in Syrien habe die Menschen für die Not von Flüchtlingen sensibilisiert: „Ich glaube, viele hat das sehr berührt, sie wollen den Betroffenen zumindest mit Geld helfen.“ Wichtig sei wohl auch, dass der Fonds von christlichen, aber auch von nicht-christlichen Gruppen gemeinsam eingerichtet wurde.

Mit dem Geld wollen die Initiatoren schnell und unbürokratisch dafür sorgen, dass die Flüchtlinge sich in der neuen Umgebung gut einleben. „Wir rechnen im kommenden Jahr mit 1000 neuen Flüchtlingen im Kreis, da können wir im Schnitt pro Monat pro Flüchtling knapp fünf Euro aufwenden.“

Den vielen ehrenamtlichen Helfern, die den Fonds später einmal nutzen werden, geht es vor allem darum, den Flüchtlingen den Alltag zu erleichtern: Sie helfen bei der Suche nach einer Beschäftigung, organisieren Hausaufgabenbetreuung für die Kinder oder begleiten die Neuankömmlinge bei Behördengängen und beim Einkaufen. Auch wenn mal ein Fest gefeiert werden soll, die Kinder ins Kino oder ins Schwimmbad wollen, kann in Zukunft der Fonds einspringen. Es geht um kleine Dinge, die nicht existenziell sind, die aber trotzdem außerordentlich wichtig sind, wenn man gerade aus einem Kriegsgebiet kommt und sich nach etwas Normalität sehnt.

Ausgesprochen glücklich mit dem (vorläufigen) Ergebnis zeigte sich auch Thomas Hassel vom Verein „Hilfe für kranke Kinder“, der auf mindestens 46.000 Euro hoffen kann: „Das ist fantastisch.“ Hassels Verein kämpft für die Finanzierung von zwei Stellen an der Tübinger Kinderklinik. Dort betreuen momentan eine Fachkrankenschwester und eine Sozialpädagogin die Familien von schwer darmerkrankten Kindern nach ihrem Aufenthalt an der Tübinger Kinderklinik. Von der Unterstützung bei der Pflege des Kindes bis hin zum Gespräch mit Erzieherinnen oder Lehrern reicht ihr Aufgabenbereich. „Jetzt fehlen nur noch ein paar tausend Euro, dann sind die Stellen für zwei Jahre gesichert“, freut sich Hassel.

22 Jahre alter Rekord

Genau 22 Jahre hat es gebraucht, um den bisherigen Spendenrekord zu übertreffen: Im Jahr 1993 spendeten die TAGBLATT-Leser 94.015 Euro, die zum allergrößten Teil einem Selbsthilfeprojekt von Flüchtlingen im kroatischen Ivanic Grad zugute kamen.

Platz drei in unserer ewigen Spenden-Bestenliste belegt das Jahr 2012, als wir 90.000 Euro für die Tübinger Palliativdienste sammelten und für Rollstühle für den Behindertensport. Im vergangenen Jahr kamen 42.000 Euro zusammen. Unterstützen konnten die Leser/innen damals die Entwicklung und den Einsatz neuer Therapien am Tübinger Zentrum für seltene Erkrankungen und das Patenprojekt „Rock your Life“.

TAGBLATT-Leser/innen spendeten über 100.000 Euro – bis jetzt
Die Ankunft erleichtern: Unser Bild zeigt eine Feier für Flüchtlinge im Rottenburger Haus am Nepomuk. Bild: Rippmann

Wie immer bieten wir unseren Lesern zwei Spendenkonten an. Sie haben die Wahl zwischen der Kreissparkasse Tübingen (IBAN: DE94 6415 0020 0000 1711 11 ) und der Volksbank Tübingen (IBAN:DE91641901100171111001). Im Überweisungsauftrag sollten Sie vermerken, wenn Sie eine Spendenquittung benötigen. Bitte schreiben Sie in diesem Fall Ihre vollständige Adresse hinzu. (Nötig ist das aber nur bei Beträgen über 200 Euro. Darunter reicht dem Finanzamt ein Kontoauszug.) Vermerken können Sie auch, wenn Sie ein bestimmtes Projekt unterstützen wollen (Kinder oder Flüchtlinge) oder im TAGBLATT nicht erwähnt werden möchten.

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11.01.2015, 12:00 Uhr

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