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Tödliche Katastrophe mit Ansage

Täter am Vortag schon in Polizeigewahrsam

Nach dem Verbrechen in Donzdorf, bei dem eine 25-Jährige von ihrem Ex-Freund erstochen wurde, sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft.

06.04.2016
  • KRISTINA BETZ

Donzdorf. Am Tag nach den tödlichen Messerstichen in Donzdorf liegen Blumen und Kerzen vor dem Tatort. Der Betrieb in der Metzgerei, in die sich eine 25-jährige Frau auf der Flucht vor ihrem Ex-Freund am Montagmorgen in Sicherheit bringen wollte, ging gestern weiter. Auch wenn die Mitarbeiter nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können und wollen. Zwei Angestellte standen hinter der Theke, als sich im Kundenbereich die grausame Tat ereignete. "Es gab einen kleinen Tumult und Geschrei vor dem Geschäft. Kaum war die Frau hier drinnen, hat er auf sie eingestochen", berichtet Jörg Holl, Inhaber des Geschäfts. Seine Mitarbeiterinnen seien völlig hilflos gewesen, alles sei so schnell gegangen, "sie konnten nichts tun", sagt Holl.

Über den mutmaßlichen Täter wird indes immer mehr bekannt. So ist der 37-Jährige, der im Raum Donzdorf wohnt, schon länger polizeibekannt gewesen. Am Sonntagnachmittag, am Tag vor dem Verbrechen, habe man ihn in Gewahrsam nehmen müssen, bestätigt Polizeisprecher Uwe Krause: "Es bestand seit längerem ein Annäherungsverbot. Dagegen hat der Tatverdächtige immer wieder verstoßen". Wiederholt habe er seiner Ex-Lebensgefährtin SMS geschickt und sie angerufen. Auch am Sonntag. Das Opfer habe die Polizei informiert, diese habe den Mann in Donzdorf angetroffen. Dort durfte er sich zwar aufhalten, er war aber alkoholisiert. Zudem habe der Verdacht bestanden, dass der Mann erneut Kontakt mit seiner Ex-Freundin aufnehmen könnte. "Um 23 Uhr mussten wir ihn wieder freilassen, weil es keinen Grund mehr gab, ihn festzuhalten. Wir konnten ihn nicht dauerhaft einsperren", sagt Krause.

Am Montagmorgen kam es dann zur Katastrophe: Der Mann erstach seine Ex-Freundin in der Metzgerei. Auch zu diesem Zeitpunkt sei er alkoholisiert gewesen, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Am Dienstagmorgen kam der 37-Jährige vor den Haftrichter vorgeführt. Inzwischen sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Ihm wird Totschlag vorgeworfen.

Die drei gemeinsamen Kinder des Opfers und des Ex-Freunds mussten den gewaltsamen Tod ihrer Mutter mitansehen. Jetzt sind die drei bis sieben Jahre alten Kinder bei einer Freundin der Getöteten untergebracht.

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06.04.2016, 06:00 Uhr

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