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Gutachten

Täter soll dauerhaft in Psychiatrie

Asylbewerber aus Afrika, der in Offenburg einen Mediziner erstochen hat, handelte offenbar im Wahn.

22.02.2019

Von LSW

Offenburg. Im Prozess um eine tödliche Messerattacke auf einen Mediziner in Offenburg (Ortenaukreis) hat der Staatsanwalt die dauerhafte Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert. Der 27 Jahre alte Asylbewerber aus dem afrikanischen Dschibuti habe im Wahn gehandelt und leide unter einer psychischen Krankheit, sagte Staatsanwalt Kai Stoffregen vor dem Landgericht Offenburg. Von ihm gehe eine hohe Gefahr für die Allgemeinheit aus, es bestehe das große Risiko weiterer schwerer Straftaten. Dies habe ein psychiatrisches Gutachten bestätigt.

Dass er der Täter sei, sei unbestritten. Er habe Mitte August den 52 Jahre alten Allgemeinmediziner in dessen Praxis mit zahlreichen Messerstichen getötet und eine Arzthelferin verletzt. Die Tat hatte in der mehr als 60 000 Einwohner zählenden Stadt für Unruhe gesorgt und große Betroffenheit ausgelöst.

Die drei Vertreter der Nebenkläger sowie die zwei Verteidiger schlossen sich der Forderung an. Die Tat sei einzig und allein auf die psychische Erkrankung des Angeklagten zurückzuführen. Das Urteil will das Gericht am 12. März verkünden.

Der Mediziner war den Angaben zufolge nach mindestens 20 Messerstichen in Kopf und Hals am Tatort gestorben. Der Angeklagte wurde kurze Zeit nach der Tat in Offenburg festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft und bestreitet die Tat.

Der Anklage zufolge wollte er sich für eine aus seiner Sicht fehlerhafte ärztliche Behandlung rächen. Er sei offenbar davon ausgegangen, von dem Mediziner bei einer vorangegangenen Blutentnahme vergiftet worden zu sein. Ein anderes Motiv gebe es nicht.

Der Arzt hinterlässt eine Frau und die gemeinsame, zehn Jahre alte Tochter. Die Familie leide unter der Tat, sagte Rechtsanwalt Rainer Stumm. Dies zeige die schriftliche Aussage der Tochter. „Ich wünsche mir wieder eine vollständige Familie“, habe sie geschrieben.

Um den Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik unterbringen zu können, müsse er für schuldunfähig erklärt werden, erklärte Rechtsanwalt Gerson Trüg, der im Prozess die Ehefrau des getöteten Mediziners vertritt. Dies habe zwar juristisch einen Freispruch zur Folge: „Dies darf nicht als Schwäche des Rechtsstaates gesehen werden, sondern als die einzige richtige Maßnahme.“ Der Mann werde nicht in Freiheit kommen. dpa

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Erstellt:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 06:00 Uhr

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