Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Berufungsverfahren

Tage der Entscheidung für Oscar Pistorius

Für den früheren Sprint-Star Oscar Pistorius beginnen bange Tage. Die Staatsanwaltschaft fordert im Berufungsverfahren eine längere Haftstrafe.

04.11.2015
  • DPA

Bloemfontein Viermal feuerte der frühere Sprint-Star Oscar Pistorius mit großem Kaliber durch die Toilettentür: Diese tödlichen Schüsse auf seine damalige Freundin könnten dem 28-Jährigen nun eine deutlich längere Haftstrafe einbringen. Zwei Richter des Berufungsgerichts sagten gestern, in dem Verfahren in erster Instanz seien wichtige Beweise nicht berücksichtigt worden. Pistorius habe den Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen. "Es wäre ein Wunder, wenn jemand die Schüsse in der engen Toilette überlebt hätte", sagte Richter Eric Leach.

Staatsanwalt Gerrie Nel forderte in der Berufungsverhandlung in der südafrikanischen Stadt Bloemfontein eine Verurteilung wegen Totschlags zu mindestens 15 Jahren Haft. Pistorius war im vergangenen Jahr nach den Schüssen auf Reeva Steenkamp wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der unterhalb der Knie amputierte frühere Sprinter nahm nicht an der eintägigen Berufungsverhandlung teil.

Die fünf Richter hörten gestern keine neuen Zeugen an. Das Gericht prüft lediglich die Akten der ersten Instanz. Zudem nahmen Staatsanwalt und Verteidigung Stellung und wurden von den Richtern befragt. Ein Urteil wird möglicherweise schon für in wenigen Tagen, spätestens aber in den nächsten Wochen erwartet.

Staatsanwalt Nel sagte, im Verfahren der ersten Instanz seien viele Beweise ignoriert worden. Diese aber machten "die Version des Angeklagten unmöglich", betonte Nel. Die Verteidigung wies die Ausführungen der Staatsanwaltschaft zurück. Die Anwälte wollen an der Verurteilung aus erster Instanz festhalten.

Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 in seinem Haus mit vier Schüssen getötet. Vor Gericht sagte er, er habe in der Toilette einen Einbrecher vermutet. Der Ex-Sportstar ist im vergangenen Monat nach einem Jahr Haft in den Hausarrest entlassen worden. Nun sitzt er den Rest seiner Strafe unter Auflagen in der Villa seines Onkel Arnold in Pretorias Diplomatenviertel Waterkloof ab.

Sollten die Staatsanwaltschaft in Bloemfontein Erfolg haben und Pistorius zu einer längeren Haftstrafe verurteilt werden, müsste er wieder in Pretorias Gefängnis Kgosi Mampuru II zurückkehren.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

04.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball