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Tageszeitungen gewinnen Vertrauen junger Leser
Valdo Lehari jr., Verbandschef der Südwestdeutschen Zeitungsverleger. Foto: dpa
Verlegerverband

Tageszeitungen gewinnen Vertrauen junger Leser

Im Südwesten erzielt die Presse eine noch nie dagewesene Reichweite.

08.04.2017
  • ANDREAS LUKESCH

Ludwigsburg. Die Tageszeitungen im Südwesten sind in einer herausragend starken Position – und das trotz Auflagenschwunds.Das machte der Präsident des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari jr., auf der Jahrestagung des Verbands in Ludwigsburg deutlich. „Wir hatten noch nie so viel Reichweite“, sagte Lehari jr. und betonte, dass die Tageszeitung und ihre Präsenz auf unterschiedlichsten Print- und Online-Kanälen vor allem in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen an Bedeutung und Vertrauen gewinne.

Demnach lag die Nettoreichweite der regionalen Abonnementzeitungen für Print und Online im vergangenen Jahr bei 72,3 Prozent. Bei den jungen Lesern legten die Abozeitungen um 150 Prozent zu. Das sind nach VSZV-Angaben 773 000 zusätzliche Leser. Bundesweit nutzen mehr als 86 Prozent der Deutschen über 14 Jahren regelmäßig Nachrichten und Informationen aus Zeitungsprodukten. Das sind 60 Mio. Frauen und Männer.

Während die Tageszeitungen mit ihren Angeboten immer mehr Menschen erreichen, verlieren sie auf dem klassischen Lesermarkt. Den VSZV-Angaben zufolge sank die Abonnement-Auflage aller lokalen und regionalen Abonnementzeitungen in Baden-Württemberg um knapp 2,7 Prozent, sie liegt damit aber noch unter dem Bundesdurchschnitt.

Großes Thema der Verlegertagung war aber die Freiheit der Presse und deren Bewahrung in Zeiten von Fake News und Einschränkungen der Pressefreiheit in vielen, auch europäischen, Ländern. Die Antwort auf Angriffe auf die Presse könne nur guter Journalismus sein, sagte der Verbandspräsident. Die Zeitung sei das Medium, „das eine Gesellschaft zusammenhalten kann“.

Dabei geht der Blick des Verbands nicht nur ins Ausland. Auch in Baden-Württemberg müssen die Verlage die verfassungsrechtliche Staatsfreiheit der Presse verteidigen, machte Thomas Brackvogel (SÜDWEST PRESSE) deutlich. Die Verlage sehen es als Angriff auf ihre Unabhängigkeit, wenn etwa Kommunen, Institutionen oder Wirtschaftsverbände mit öffentlichen Geldern finanzierte Print- und Online-Publikationen als Konkurrenzprodukte gegenüber Tageszeitungen oder Wochenblättern offerieren. „Wir haben nichts gegen privaten Wettbewerb, aber wir haben etwas dagegen, wenn staatliche Institutionen anfangen, Grenzen zu überschreiten“, sagte Brackvogel. Andreas Lukesch

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08.04.2017, 06:00 Uhr

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