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Dreitägiger Warnstreik bei der SÜDWEST PRESSE

Tageszeitungsredakteure in Baden-Württemberg schreiten zur Urabstimmung

Journalisten von 25 Tageszeitungen in Baden-Württemberg haben am Montag mit der Urabstimmung begonnen – darunter Redakteurinnen und Redakteure der Horber SÜDWEST PRESSE. Sie haben in einem „Streik-Mobil“ in der Lindenstraße darüber abgestimmt, ob sie auch zu einem unbefristeten Streik bereit sind – für den Erhalt des Manteltarifvertrags, für eine Gehaltserhöhung von 4 Prozent sowie gegen den Gehaltstarifvertrag II, den der Bundesverband Deutscher Zeitungs-Verleger (BDZV) einführen will.

19.07.2011

Von ael

Horb. Laut BDZV beläuft sich der „tarifliche Änderungsbedarf“ für Berufseinsteiger auf minus 15 Prozent – laut der Deutschen Journalisten-Union (Ver.di) beträgt das Minus, das der Verlegerverband fordert, 25 Prozent. Der Deutsche Journalisten-Verband kommt sogar auf rund 30 Prozent. Abgesehen von den finanziellen Leistungen beziehen die Gewerkschaften die Einführung einer 40-Stunden-Woche (bisher 36,5) und eine Urlaubs-Kürzung, wie sie der BDZV möchte, in ihre Berechnung ein. Was der Arbeitgeberverband für heutige und künftige Redakteure durchsetzen will: Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollen auf insgesamt ein Monatsgehalt gekürzt werden (bisher 1,75), was einem Einkommens-Minus von 5 Prozent entspräche. Der BDZV umschreibt seine Forderungen als „moderate Reformen am bestehenden Tarifvertrag, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern“. Abgesehen davon werden für die Jahre 2011 und 2012 offenbar Einmalzahlungen in Höhe von 200 Euro geboten sowie eine lineare Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent voraussichtlich ab dem Jahr 2013. Der BDZV verweist auf eine schwierige wirtschaftliche Lage der Verlage – die Gewerkschaften auf die Gewinne in der Branche trotz dieser Wirtschaftslage. Die Tarifverhandlungen dauern seit knapp einem Jahr an. SÜDWEST PRESSE-Redakteure haben sich an neun Tagen an Warnstreiks beteiligt – der aktuelle Streikaufruf gilt bis zum morgigen Mittwoch, an dem das Urabstimmungs-Ergebnis für Baden-Württemberg verkündet werden soll. Die Redakteure des „Schwarzwälder Boten“, die ebenfalls an mehreren Tagen im Warnstreik waren, sind an dieser Urabstimmung nicht beteiligt. Sie sind in diesem Jahr in eine Gesellschaft ausgelagert worden, die nicht tarifgebunden ist. Die „Schwabo“-Redakteure streiken dafür, dass bei ihnen die Tarifbindung wiederhergestellt wird.

Urabstimmung der Zeitungsredakteure im „Streik-Mobil“ in der Horber Lindenstraße.

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Erstellt:
19. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2011, 12:00 Uhr

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