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Geldpolitik

Tanken und Heizen wohl teurer

Die Erhöhung der US-Zinsen ist keine Überraschung. Der Dollar profitiert davon, der Gold-Kurs gerät unter Druck.

16.12.2016
  • DPA

Frankfurt/Washington. Die US-Notenbank Fed hat mit ihren neuen Entscheidungen für Bewegung an den Finanzmärkten gesorgt. Nachdem die Federal Reserve ihren Leitzins anhob und für kommendes Jahr ein höheres Tempo bei der Straffung der Geldpolitik andeutete, gewann vor allem der US-Dollar stark an Wert, im Gegenzug sank der Euro. Nach unten ging es auch mit dem Goldpreis.

Ein schwacher Euro hilft der deutschen Exportwirtschaft, er macht Waren „Made in Germany“ im Dollarraum billiger. Allerdings werden etwa Rohstoffe wie Öl, die in der US-Währung gehandelt werden, im Einkauf tendenziell teurer. Das könnte sich beim Tanken und Heizen auswirken. Zudem dürften Reisen in die USA teurer werden.

Steigende Zinsen sind meistens Gift für Gold, weil das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Zudem verringern steigende Notenbankzinsen die Gefahr einer hohen Geldentwertung, gegen die Gold oft als Absicherung verwendet wird.

Die zweite Erhöhung des US-Leitzinses nach der Finanzkrise stieß in der Finanzbranche weitgehend auf Zustimmung. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, dem jedoch weitere folgen müssten, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Klaus Wiener vom Verband der Versicherer sagte, negative Realzinsen seien nicht mehr erforderlich.

Warum ist eine Zinserhöhung notwendig? Wenn die Finanzmärkte mit billigem Geld überschwemmt werden, kann es zur Bildung gefährlicher Blasen kommen - etwa auf dem Immobilienmarkt. Platzen diesen Blasen, hat das zumeist katastrophale Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Zuletzt geschah dies 2008, als nach einer Immobilienkrise das Bankhaus Lehman Brothers in die Pleite rutschte und die Welt in ein wirtschaftliches Fiasko stürzte. Das will die Notenbank verhindern. Sie muss aber auch versuchen, den richtigen Moment zu erwischen. Zieht die Inflation zu stark an, bevor die Zinsschraube weiter festgedreht wird, kann es zu spät sein. Ein zu frühes Eingreifen kann aber auch die sich erholende Wirtschaft abwürgen.

Was bedeutet es für das Ausland? Vor allem Entwicklungsländer, in denen Staatshaushalte und Unternehmen hohe Schuldenberge in US-Dollar halten, könnten Probleme bekommen. Diese Schulden werden noch größer.

Wird Europa nachziehen? Anders als in den USA sind die Voraussetzungen – ein stabiler Arbeitsmarkt und eine anziehende Inflation – noch nicht überall in der Eurozone gegeben. dpa

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16.12.2016, 06:00 Uhr

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