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Der Verbrauch ist in England stark zurückgegangen

Tea Time

Nichts lieben die Briten mehr als ihren Schwarztee - so will es das Klischee. Und zwar mit Milch, möglicherweise etwas Zucker und das Ganze so gegen fünf Uhr nachmittags.

07.08.2015

Von MEIKE STOLP

Sogar die Briten selbst lieben dieses Image und bedienen es gern für Touristen.

Deshalb war es wohl eine größere Überraschung, als die Analysten des Marktforschungsunternehmens Mintel der Welt eröffneten, dass die Verkaufszahlen für schwarzen Tee auf der Insel in den vergangenen fünf Jahren um 22 Prozent gefallen sind, von 97 Millionen Kilogramm auf geschätzte 76 Millionen Kilogramm. Bis 2020 könnten es noch weniger werden.

Die britische Presse reagierte angemessen geschockt, die Boulevardblätter kramten berühmte Teetrinker aus dem Archiv - von Kriegspremierminister Winston Churchill bis Popsänger Boy George. Sie alle liebten "a cuppa", wie das Tässchen umgangssprachlich genannt wird. Doch will selbst Mintel den Teeteufel nicht gleich an die Wand malen. Die Briten wollen sich trotzdem weiterhin an einer Tasse erwärmen: Mehr als die Hälfte der Befragten erklärten, dass sie mindestens einmal täglich zur Tasse griffen.

Nur vielleicht nicht mehr so häufig zum schwarzen Tee. Denn Mintel fand außerdem heraus, dass die Verkaufszahlen für alternative Tees gestiegen sind - so nennt man in England alles, was nicht schwarz ist.

Und dann ist da auch noch der Kaffee. Coffee Shops sprießen auf der Insel aus dem Boden. "Die Tee-Industrie hat sehr lange gebraucht, um innovativ zu werden", erklärte deshalb Bill Gorman, Vorsitzender des britischen Teeverbands, "die Kaffee-Jungs waren uns immer voraus." Aber nun produzierte die Teeindustrie nicht mehr nur Schwarztee, sondern eben eine ganze Reihe innovativer Aromaaufgüsse. Mit anderen Worten: Kritiker sollten das traditionelle britische Heißgetränk nicht aufgeben. Denn selbst harte Rocker wie Ozzy Osborne wissen schließlich ihren schwarzen Tee zu schätzen: "Ich esse zum Frühstück Obst und trinke eine Tasse Yorkshire Tee. Ich liebe verdammt nochmal Yorkshire Gold." Na also.

Foto: © Tim UR / Fotolia.com

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Erstellt:
7. August 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2015, 12:00 Uhr

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