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Elektro-Tüftler beim Kulturgüter-Schuppen

Technikfans bauten einen solarbetriebenen Roboter

Angebot Nummer 32 im Dußlinger Kinderferienprogramm: Im Kulturgüter-Schuppen bauten Jungen und Mädchen schwimmende solarbetriebene Kleinst-Roboter.

02.09.2010

Von Jürgen Jonas

Dußlingen. Ein großer Tisch. Viel Werkzeug. Eifrige Kinder. Werkstatt im Freien in der Bahnhofstraße Nummer 16. In den Kulturgüter-Schuppen haben Jördis Drawe und Uwe Schüler eingeladen. 13 Kinder erkunden am Dienstag Möglichkeiten der Technik. Drawe und Schüler kennen sich aus, sind seit deren Gründung Mitglieder der „Gesellschaft für mechatronische Kunst“.

„Bau dir einen Miniroboter, der schwimmen kann und von Sonnenenergie gespeist wird.“ Einen elektronischen Wasserläufer, nennt Schüler das. „Fast alles Material kommt aus dem gelben Sack.“ Duschgel-Plastikflaschen, Schaumstoff-Verpackungsmaterial für Elektrogeräte, Vitamintablettenröhrchen, alte Drähte, vor allem ausgeschlachtete Laufwerke von CD- und DVD-Playern und Computer-Schrott, den die Kinder teilweise selber mitgebracht haben. Auch Vibrationsmotoren aus dem Handy. Die Motörchen sind wichtig. Sie werden mit den Solarenergie-Plättchen verbunden, um dem Körper mit der Kraft der Sonne die Fortbewegung zu ermöglichen. Mit der Nutzung so genannten Abfalls wollen Schüler und Drawe auch gegen das blinde Konsumieren und das gedankenlose Wegwerfen angehen, in der eigenen künstlerischen Arbeit kommt dieses Prinzip zum Ausdruck.

Der Heißkleber ist ein ideales Werkzeug. Es gibt Lötkolben, Scheren, Zangen, Messer, Schraubenzieher, aber auch Wäscheklammern. Schüler, von Beruf Elektroingenieur, erklärt, was eine Lüsterklemme ist, wozu sie dem Elektriker dient und was mit ihrem Einsatz für den Wasserläufer-Bau gewonnen ist. Das verstehen die Kinder schnell: Verbindungsstücke zwischen Drähten.

Sie haben sich am Anfang Skizzen angefertigt, wie das Gerät ungefähr aussehen soll. Joni, Joel, Patrick und Leo wirtschaften fleißig, aber auch die Mädchen sind dabei. Yvonne und Marlene zum Beispiel. Yvonne ist zwölf und kommt nach den Ferien in die siebte Klasse des Karl-von-Frisch-Gymnasiums. Sie hat eine Flasche Kräutershampoo aufgesägt, innen den Motor befestigt, die Solarzellen aufgesetzt, an einen Zahnstocher soll die Schiffschraube kommen. Die Flasche wird katamaranartig durch Styropor verstärkt. Nach diesem Schema sind viele vorgegangen, wobei ganz unterschiedliche Modelle entstanden sind. Die zehnjährige Marlene kommt bald in die Maria-Sibylla-Merian-Realschule. Sie ist an Technik interessiert, eventuell will sie „später mal Erfinderin“ werden. Sie hat Korken zum Stabilisieren genommen, der große Moment kommt, als das Produkt ins Wasser des großen Planschbeckens gesetzt wird. Die Sonne scheint, die Zelle tut, der Motor geht: Der Wasserläufer funktioniert.

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Erstellt:
2. September 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
2. September 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. September 2010, 12:00 Uhr

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