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Für Bürger und Mitarbeiter

Technisches Rathaus: Sanierung kostet 14 Millionen

Seit fast einem Vierteljahrhundert gibt es Pläne, das sanierungsbedürftige Technische Rathaus zu erneuern. Jetzt wird gehandelt. Das mittlerweile heruntergekommene Gebäude soll saniert und erweitert werden. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen Realisierungswettbewerb zu starten.

03.10.2012
  • Gernot Stegert

Tübingen. Seit dem Bau in den 1950er Jahren wurde das Technische Rathaus nicht renoviert. Ausgerechnet der Bereich mit dem größten Publikumsverkehr, das Baurechtsamt, befindet sich seit fast 50 Jahren in einer längst baufälligen Baracke. Weder der Brandschutz ist gewährleistet noch ist das Gebäude behindertengerecht. Viele Büros sind überbelegt.

Unhaltbare Zustände – darin waren sich die Mitglieder des Planungsausschusses am Donnerstag und gestern Abend auch die Tübinger Stadträte einig. Sie beschlossen daher einstimmig zunächst einen Realisierungswettbewerb, um möglichst gute Vorschläge für die Gestaltung des Um- und Anbaus zu bekommen.

Für den Wettbewerb rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten von 140 000 Euro, für die Planung insgesamt mit 2,33 Millionen Euro und für den Bau selbst mit 11,67 Millionen Euro. Das sind zusammen rund 14 Millionen Euro. Dafür wird aber nicht nur besserer, sondern auch mehr Raum geschaffen. Denn das bisher bei der Kreissparkasse in der Doblerstraße eingemietete Hochbauamt mit seinen 30 Mitarbeitern soll wieder im Technischen Rathaus Platz finden. Der erweiterte Bau soll dann 195 Mitarbeitern einen modernen Arbeitsplatz bieten.

Vorgesehen ist, das Hauptgebäude gründlich, „bis auf den Rohbau herunter“ zu sanieren, so Baubürgermeister Cord Soehlke, der das Technische Rathaus immer für erhaltenswert und erhaltbar hielt. Vor einem Jahr hat dann auch der Planungsausschuss den Um- und Anbau für günstiger als einen Neubau befunden. Die von der Verwaltung erstellten Eckpunkte für das Projekt brächten eine Bruttogeschossfläche von 4900 Quadratmetern im Hauptgebäude. Die Baracke soll abgerissen und durch einen neuen Anbau mit 2500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche ersetzt werden. Von den dann 7400 Quadratmetern sind 2750 Quadratmeter Bürofläche geplant.

Soehlke legt dabei Wert auf ein offenes, auf Kommunikation nach außen wie innen angelegtes Raumkonzept. Ein solches wurde unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt. Für die Bürger ist als Anlaufstelle eine Empfangstheke im Foyer geplant, um erste Fragen zu beantworten oder an die Fachleute weiterzuleiten. Dazu gehört ein Wartebereich mit Tischen. Bürgerfreundlich ist auch das geplante Servicecenter Bauen mit eigenem Frontoffice.

Außerdem wird dem Bedarf nach Besprechungszimmern, Sozialräumen und Archivflächen nachgekommen. Der bisherige spartanische Konferenzsaal soll funktional verbessert, behindertengerecht zugänglich und auch mit einem Außenzugang versehen werden, damit öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel Bauausschusssitzungen dort stattfinden können. Auch um das Gebäude herum wird einiges verbessert. So soll eine schwellenlose und damit behindertengerechte Verbindung zur höher gelegenen Brunnenstraße hergestellt werden. Die Stellplätze für Fahrräder und Pkw sollen optimiert werden. Der Naturraum an der Ammer soll gestalterisch eingebunden werden.

Technisches Rathaus: Sanierung kostet 14 Millionen
Angelika Amann vom Baurechtsamt muss sich diesen Arbeitsplatz in dem Baracken-Anbau des Technischen Rathauses mit einer Kollegin teilen. Bild: Sommer

Technisches Rathaus: Sanierung kostet 14 Millionen

Der Realisierungswettbewerb wird in einer ersten Runde für bis zu 25 Teilnehmer ausgelobt. Drei Plätze davon sind für junge Büros reserviert, um diese zu fördern. Sieben Teilnehmer werden dann in eine zweite Runde eingeladen. Kriterien sind unter anderem das städtebauliche und architektonische Konzept, der Umgang mit dem Bestand, die Umsetzung des Raumprogramms, die Flexibilität der Nutzung, die Wirtschaftlichkeit, die Erfüllung der Energieeffizienz und die Freiflächengestaltung. Zum Preisrichterteam gehören die Rathausspitze, Mitarbeiter und freie Architekten.

Der Zeitplan sieht den Start des Wettbewerbs noch im Oktober vor, das Ende für März. Im Frühjahr 2013 soll es in die Entwurfsplanung gehen. Für das Frühjahr 2014 ist der Baubeschluss geplant, für Herbst 2014 der Baubeginn. Hauptbauzeit wären die Jahre 2015 und 2016. In dieser Zeit könnten die Mitarbeiter des Technischen Rathauses in den Blauen Turm ziehen, als Nachmieter der Teile der Stadtverwaltung, die bis dahin ins Rathaus am Markt zurück können.

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03.10.2012, 12:00 Uhr

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