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Hauser vergrub die Instrumente

Teil 2: Die Geschichte des Empfinger Musikvereins von 1935 bis 1953

EMPFINGEN. Im zweiten Teil unserer Serie wird die Geschichte des Empfinger Musikvereins von 1935 bis 1953 geschildert. 1954 konnte der Verein dann unter dem Vorsitz von Julius Bauser seine "zweite Gründung“ feiern. Doch davon berichten in der kommenden Woche Joachim Gfrörer, Wolfgang Reich und Bruno Fischer mehr. Sein 150jähriges Jubiläum feiert der Verein vom 15. bis 18. September in der neuen Tälesee-Halle.

02.09.2000

Im Jahre 1935 entstand dann nach dem ersten Weltkrieg eine zweite Musikkapelle in Empfingen. Vorsitzender und Mitbegründer der neuen Kapelle war Flaschner-Meister Josef Deuringer. Die musikali-sche Leitung der einundzwanzigköpfigen Kapelle hatte Kurt Schwabe aus Sulz am Neckar.

Viel Idealismus musste von den Musikern aufgebracht werden, denn neben den eigenen und persönlichen Geldleistungen kamen noch die Proben, die nicht gerade den heutigen Anforderungen auf Bequemlichkeit und Räumlichkeit entsprachen. So musste man sich zum Beispiel mit der Flaschner-Werkstatt des Vorsitzenden Deuringer oder mit dem Dachboden des Mitgliedes Martin Rittweg begnügen. Die mühevollen Proben hatten sich aber anscheinend gelohnt, denn der Erfolg blieb nicht aus.

Es kam, was unausbleiblich schien: die beiden Empfinger Musikkapellen mussten sich am 31. Januar 1937 auf Anordnung der Reichsmusikkammer zu einer Musikkapelle zusammenschließen. Der langjährige erste Vorsitzende Friedrich Briegel konnte dies nicht mehr miterleben, da er am 21. Oktober 1936 im Alter von erst 66 Jahren verstarb. Die Leitung der neuen Kapelle übernahm Johann Kapp aus Vöhringen.

Im Jahre 1938 wurde August Hauser erster Vorsitzender. Er verstand es, den inzwischen zum Krieg einberufenen Musikern immer wieder mit Päckchen und Briefen aus der Heimat eine Freude zu machen. Er verwahrte ebenfalls die Musikin-strumente von den an der Front stehenden Musikern. So wird erzählt, dass er die Instrumente beim Einmarsch der französischen Armee vergrub, um das vorhandene Vereinsgut zu retten.

Im Oktober 1945 gelang es August Hauser und Rudolf Briegel von der französischen Militärregierung in Hechingen eine neue Spiellizenz zu bekommen. August Hauser war bis zu diesem Zeitpunkt über zehn Jahre Vorsitzender und Dirigent in einer Person. Im Jahre 1949 übernahm Albert Keck aus Sulz die musikalische Leitung. Im selben Jahr wurde August Briegel zum ersten Vorsitzenden des Musikvereins gewählt, der die Kapelle bis ins Jahre 1951 leitete. In seine Amtszeit fiel im Jahre 1950 das große Kreis-Musikfest und das hundertjährige Bestehen der Musikkapelle.

Bereits im Herbst 1950 gab es erneut einen Dirigentenwechsel: Oberlehrer Lorenz Störk kam aus Ostrach nach Empfingen und übernahm die Leitung der Musikkapelle. Mit dem Beginn des Jahres 1951 wurde Anton Blocher zum ersten Vorsitzenden der Musikkapelle gewählt. Frischen Auftrieb gab es unter der Leitung von Störk, der innerhalb kürzester Zeit eine Jugendka-pelle auf die Beine stellte, die erstaunlich schnell einen hohen Leistungsstand hatte. Darüber hinaus war sie die jüngste Jugendkapelle im Musikverband. So trat sie in Hechingen beim Bundes-Jugendfest auf und erhielt für ihre musikali-schen Leistungen eine Ehrenmedaille.

Beim Richtfest der Firma Blickle in Empfingen, spielte sie auf dem Dach der Näherei, beim Trachtenfest in Dettingen konnte sie ebenfalls ihr Können zeigen. Später wurde die Jugendkapelle in die Reihen der Musikkapelle aufgenommen.


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