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Luftreinhaltung

Tempolimits gegen Feinstaub

Die Stuttgarter Grünen wollen das Tempo auf Autobahnen drosseln. Die CDU ist dagegen.

27.10.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Mit Blick auf die schlechten Luftwerte fordern die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat, zeitnah Temporeduktionen auf Stuttgarter Autobahnen (auf 80 km/h) und Bundesstraßen (auf 60 km/h) durchzusetzen. Dazu gehören A 8, A 81, A 831 oder auch B 27. Vorläufige Ergebnisse eines Wirkungsgutachtens des Landes zeigten, dass die Belastung mit Stickstoffdioxid durch Tempolimits auf Außerortsstraßen um bis zu sechs Prozent gesenkt werden könne.

Der Gemeinderat soll über den Antrag der Grünen abstimmen, damit die Temporegulierung vom Regierungspräsidium (RP) eingefordert werden kann. Die Landesbehörde muss bei Limits aus Gründen des Lärmschutzes und der Luftreinhaltung grundsätzlich zustimmen. Doch erst wenn die endgültigen Ergebnisse des Wirkungsgutachtens vorlägen, wolle man eine Entscheidung fällen, teilte eine RP-Sprecherin mit. Einzig der Weg für ein Tempolimit am Kappelbergtunnel auf 80 km/h für Pkws und 60 km/h für Lkws ist nun frei. Nachdem Umsetzungsfragen geklärt worden seien, könne die Stadt Stuttgart das Limit umsetzen, so die RP-Sprecherin weiter.

CDU: schlicht absurd

Für die weiteren Tempolimits müssen die Grünen erst mal eine Mehrheit im Gemeinderat finden. Und die Unterstützung der größten Fraktion im Rat, der CDU, haben sie schon mal nicht. „Tempo 80 auf der A 8 auf den Fildern zu fordern, weil die Feinstaub-Werte am Neckartor erhöht sind, ist schlicht absurd“, kommentierten der CDU-Chef im Rat, Alexander Kotz, und der Verkehrsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Felix Schreiner, den Vorstoß. Solch' realitätsfremde Forderungen sorgten allenfalls für dicke Luft bei den betroffenen Pendlern.

Der Autofahrerclub ADAC und der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart appellierten unterdessen in einer gemeinsamen Mitteilung an Autofahrer, bei Feinstaub-Alarm umzusteigen, um Fahrverbote zu vermeiden. Vom Vorschlag der Grünen hält der Vorsitzende des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, indes nichts. Bei Tempo 80 seien die Emissionen kaum geringer als bei Tempo 120. Die Autobahn würde zudem an Attraktivität verlieren, was mehr Verkehr in der City bedeute.

Feinstaub-Alarm verlängert

Der aktuelle Feinstaub-Alarm ist um einen Tag verlängert worden: Autofahrer in der Metropolregion sind nun bis einschließlich Samstag aufgerufen, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Besitzer von Komfort-Kaminen sollen diese nicht anfeuern. Das Ende des Alarms sei weiterhin offen, teilte die Stadt Stuttgart am Mittwoch mit. Das hänge vom Wetter ab.

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27.10.2016, 06:00 Uhr

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