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Gramers brutale Kopfarbeit

Tennis: Bildechinger gewinnen bei der Horber Stadtmeisterschaft

Gestern um 16.57 Uhr ist es vollbracht: Der Dettinger Rainer Wehrle schlägt seinen Volley ins Netz. Der Bildechinger Peter Rosenberger ballt die Faust und nimmt die Glückwünsche seines Gegners entgegen. Zuvor hatte Markus Gramer gegen Andreas Kimmich gewonnen, so dass Bildechingen bereits nach den Einzeln als neuer Herrensieger bei den Horber Stadtmeisterschaften feststand.

13.09.2010
  • Sascha Eggebrecht

Dettingen. Den Bildechingern wird es recht gewesen sein, den zahlreichen Zuschauern auf der Anlage des TC Dettingen sicherlich nicht. Eine endgültige Entscheidung hatte sich das Publikum erst im abschließenden Herrendoppel gewünscht, um die Spannung hochzuhalten, doch dazu kam es nicht. Zum einen, weil der Dettinger Andreas Kimmich einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und zum anderen, weil Peter Rosenberger grandioses Tennis zelebriert hatte.

Die Zuschauer, die gestern etwas später zu den Finalspielen gekommen waren, hätten fast den Sieg des Bildechingers Markus Gramer verpasst. Denn nach 45 Minuten hieß es 6:1, 6:0 gegen Andreas Kimmich, der wirklich keinen Ball sicher ins Feld getroffen hatte. Beispiel gefällig? Beim Spielstand von 6:0, 5:0, 15:0 für Gramer spielte der Bildechinger mal wieder einen viel zu kurzen Ball. Kimmich konnte sich wahrlich die Ecke aussuchen, wohin er den Ball hinplatzieren könnte. Doch Überraschung: der Ball landete wie so oft von ihm im Aus. Wenig später war dann Schluss. „Es war ein schwieriges Spiel. Es war brutale Kopfarbeit, die sehen die Leute von außen gar nicht. Ich habe Andreas im ersten Satz zermürbt“, sagte Gramer nach seinem Sieg. Kimmich hatte eine andere Erklärung: „Ich habe mich von Beginn an nicht gut gefühlt, war schlapp. Ich wusste, dass ich heute nicht drei Stunden mit ihm die Bälle hin- und herschieben kann“, sagte er. Zudem habe er viel zu riskant gespielt und „alles ein bisschen ausprobiert, aber nichts hat geklappt“. Von ganz anderer Qualität war da schon das Spiel zwischen Wehrle und Rosenberger. Beide zeigten Tennis auf ganz hohem Niveau. Es war mit Abstand das hochklassigste Match der gesamten Meisterschaft. Jeweils ein Break in jedem Satz reichte Rosenberger zum Matchgewinn aus. Dabei schlug der Bildechinger grandios auf und brachte so seinen oberligaerfahrenen Gegner an den Rand der Verzweiflung. „Ich kriege keinen Return rein, wirklich keinen“, regte sich Wehrle im zweiten Satz auf. Doch auch zum Ende des Spiel wurde sein Return nicht sicherer. „Ich habe wirklich alles versucht, aber Peter hat einfach zu stark aufgeschlagen“, lobte Wehrle, der zum Ende des Matches gehofft hatte, dass Rosenbergs Service mal um fünf Prozent schwächer kommen könnte. „Dann hätte ich die Chance gehabt, den Ball länger im Match zu halten“, sagte Wehrle. Doch es kam nicht so.

Nach dem Matchgewinn lief Rosenberger zu seinem Vater. „Na Papa, heute bist Du nach zehn Jahren mal wieder zufrieden mit deinem Sohn“, sagte er und führte fort, dass er unglaublich konstant aufgeschlagen habe. Dies sei aber nicht der einzige Grund seines Erfolges gewesen. „Ich habe schon gesehen, dass Rainer länger nicht gespielt hat.“ Der Dettinger ist erst seit wenigen Tagen aus seinem USA-Urlaub zurück. Das nicht mehr ganz so wichtige Doppel hatten die Bildechinger dann auch noch im Match-Tiebreak gewonnen.

Bei den Damen standen sich zwei Bildechinger Mannschaften gegenüber. Die favorisierte erste Mannschaft mit Desirée Jäkle und Janina Walisko hat am Ende einen 2:1-Erfolg gegen ihre Teamkolleginnen Sabrina Kiefer und Carolin Steimle gefeiert. Bemerkenswert war vor allem der Einsatz von Jäkle, Walisko und Steimle. Das Trio hat gestern Vormittag zunächst das Juniorinnen-Aufstiegsspiel zur Verbandsliga gegen Reutlingen absolviert und mit 0:9 verloren und am Nachmittag dann ihren Auftritt auf der Anlage in Dettingen gehabt. Ganz nach dem Motto: erst miteinander, dann gegeneinander. Am Ende schwanden schon etwas die Kräfte. Deshalb waren Jäkle/Walisko auch froh, als der Matchball zum 6:3, 6:3-Erfolg verwandelt wurde. Zuvor hatte Jäkle ihre Teamkollegin Kiefer nicht den Hauch einer Chance gelassen – 6:0, 6:1. Kiefer verließ den Platz mit den Worten: „Oje, ich hatte eine große Streuung.“ Die hatten Walisko und Steimle auch in ihrem Einzelspiel. Das Match war von vielen Fehlern – vor allem Doppelfehlern – geprägt. Am Ende siegte Steimle im Match-Tiebreak.

Klarer verlief dagegen die Partie bei den Damen 40 zwischen dem FC Horb und dem TC Bildechingen. Sabine Franz musste sich gegen Maria Hellstern mit 3:6 und 2:6 geschlagen geben. „Maria läuft und läuft und läuft, bis sie umfällt“, sagte die entnervte Bildechingerin Franz nach ihrer Niederlage. Auch Gabi Butenschön musste sich gegen Renate Müller-Djuga mit 6:3, 4:6 und 6:7 geschlagen geben, so dass die Horber den Titel schon vor dem abschließenden Doppel gewonnen hatten.

Großer Jubel herrschte im Dettinger Lager, als feststand, dass die Herren 40 mit Hans-Peter Kopf und Jürgen Roth wenigstens einen Mannschaftstitel geholt hatten. Das Duo besiegte den TC Horb mit 2:1.

Tennis: Bildechinger gewinnen bei der Horber Stadtmeisterschaft

Tennis: Bildechinger gewinnen bei der Horber Stadtmeisterschaft

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13.09.2010, 12:00 Uhr

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