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Ein Einheimischer unter Legionären

Tennis: Der Holzelfinger Nachwuchsspieler Florian Fallert träumt von einer Karriere als Profi

Florian Fallert aus dem kleinen Holzelfingen auf der Alb hat sich in die große weite Tennis-Welt aufgemacht. Der 20-Jährige versucht sein Glück als Profi. „Ich traue ihm einiges zu“, sagt Trainer Torsten Riedel, der ihn in das Zweitliga-Team des TV Reutlingen geholt hat.

10.08.2012
  • Peter Wörz

Reutlingen. Wenn der TV Reutlingen an diesem Wochenende mit dem Heimspiel gegen den TC Wolfsberg Pforzheim (Freitag, ab 13 Uhr) und beim Schlusslicht TC Großhesselohe (Sonntag, ab 11 Uhr) die Saison in der zweiten Liga beendet, wird es Florian Fallert wieder mit international erfahrenen Gegnern zu tun bekommen. Der im 15 Mann starken Kader des renommierten Clubs an Nummer acht gemeldete Rechtshänder wird wie in seinen vier bereits absolvierten Einzeln nicht als Favorit auf den Platz gehen – aber seine Auftritte dennoch in vollen Zügen genießen. „Viele Zuschauer kommen auch wegen mir“, sagt Fallert.

Der 20-Jährige, der in Holzelfingen auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen ist und dort auch das Tennisspielen erlernt hat, ist der einzige Spieler im TVR-Team, der Lokalkolorit versprüht. „Es gehört zu unserer Philosophie, dass wir auf die Talente aus der Region setzen“, sagt der TVR-Trainer Torsten Riedel, der Fallert schon lange im Visier hat: „Ich traue ihm einiges zu.“

Mit seiner bisherigen 1:3-Einzelbilanz kann Fallert im einzigen verbliebenen hochklassigen Herrenteam in Württemberg ganz gut leben, denn für ihn geht es in der zweiten Liga zunächst darum, Erfahrung zu sammeln. „Ich kann aus diesen Matches so viel herausziehen“, sagt er.

Das hört Marek Kimla gerne. Kimla ist seit sechs Jahren der Heimtrainer des 20-Jährigen beim TC Markwasen Reutlingen, zu dem Fallert als Jugendlicher gewechselt war. Schnell war er im Bezirkskader, gewann baden-württembergische Titel in Serie und wurde schließlich auch vom Württembergischen Tennis-Bund (WTB) unter die Fittiche genommen. Der Stützpunkt in Stuttgart-Stammheim, wo er von Hans-Dieter Beutel betreut wird, ist zur zweiten Heimat geworden. Und seit er vor kurzem das Berufskolleg an der Stuttgarter Friedrich-von-Cotta-Schule, einer Eliteschule des Sports, abgeschlossen hat, widmet er all seine Zeit dem Sport. Vier bis sechs Stunden tägliches Training kommen da schnell zusammen.

„Ich habe Florian noch nie unmotiviert erlebt“, sagt Marek Kimla, „er hat nie genug, spielt Tennis mit einer großen Leidenschaft, will sich immer verbessern und ist richtig heiß.“ Bei so einer hohen Eigenmotivation muss der Trainer schon mal auf die Bremse drücken und seinem Schützling helfen, sich in Geduld zu üben. Der Altersdurchschnitt der Top 100 in der Welt liegt bei 27 Jahren, erst da ist ein Tennisspieler komplett.

Florian Fallert, ein „sehr emotionaler Spieler“, so Kimla, steht derzeit in der Region um 700 in der Welt und trifft in der zweiten Liga auf Gegner, die 300 oder gar 400 Plätze besser postiert sind. Da hält er durchaus mit, wie seine Ergebnisse zeigen – auch als Nummer eins im Württemberg-Liga-Team des TV Reutlingen – aber das entscheidende Quäntchen macht häufig noch den Unterschied.

Die noch fehlende Konstanz will sich der Jungprofi in der nahen Zukunft erarbeiten. Die Anlagen, um auf Tour zu gehen, werden Fallert von allen Seiten bescheinigt. „Er spielt ein sehr aggressives Tennis“, sagt Kimla, „ich habe selten jemand gesehen, der sich so schnell und so gut auf dem Platz bewegt.“ Gerne würde Florian Fallert seine Karriere in den USA vorantreiben, die Alternative wäre ein Fernstudium. 20 bis 30 Turniere will er pro Jahr spielen, Ranglistenpunkte sammeln, vornehmlich auf Future-Turnieren.

Für den Fall, dass Florian Fallert dann eines Tages nicht mehr für den TV Reutlingen spielt, hat Torsten Riedel bereits das nächste große Talent im Blick. Das kommt ebenfalls aus Holzelfingen – und heißt auch Fallert. Fabian Fallert ist der kleine Bruder von Florian und hat mit seinen 15 Jahren bereits zwei deutsche Meistertitel gesammelt. Das hat Florian nicht geschafft. „Unser Traum ist es, dass wir zusammen Doppel spielen“, sagt der große Bruder, „und ich glaube, das dauert nicht mehr lange.“

Tennis: Der Holzelfinger Nachwuchsspieler Florian Fallert träumt von einer Karriere als Profi
Florian Fallert vom Zweitligisten TV Reutlingen will mit Tennis Geld verdienen, dafür trainiert der 20-jährige Nachwuchsspieler vier bis sechs Stunden täglich. Bild: Wörz

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10.08.2012, 12:00 Uhr

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