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Tennismärchen in der Region
Siegerin Angelique Kerber und Laura Siegemund sorgten für viele schöne Stunden beim Porsche Grand Prix. Foto: Imago
Angelique Kerber und Laura Siegemund sorgen beim Stuttgarter Turnier für beste Unterhaltung

Tennismärchen in der Region

Das deutsche Finale war ein toller Höhepunkt der hochklassigen Tenniswoche in Stuttgart. Das Turnier ist erneut das beliebteste bei den Spielerinnen.

26.04.2016
  • HELEN WEIBLE

Stuttgart. Laura Siegemund hätte das Ende des nahezu perfekten Turnier-Drehbuchs natürlich etwas umgeschrieben. Nach ihrer 4:6, 0:6-Finalniederlage gegen die neue und alte Tennis-Königin Angelique Kerber beim Porsche Grand Prix 2016 war sie selbstverständlich schwer enttäuscht. Mit 1:21 Stunden dauerte das Stuttgarter Endspiel auch nicht besonders lange. Aber wenn höhere Kräfte im Spiel sind und "der liebe Gott den Stecker zieht", wie die Metzingerin so schön formulierte, dann ist nichts zu machen.

Im insgesamt achten Spiel waren Siegemunds Reserven im Märchen von Stuttgart ausgeschöpft. An drei Top-Ten-Spielerinnen war sie vorbeigezogen: große Namen wie Simona Halep, Roberta Vinci und Agnieszka Radwanska hatte sie hinter sich gelassen und die Zuschauer in der Arena und am TV entzückt.

Ihr Auftritt beim Stuttgarter Turnier steigerte ihren Bekanntheitsgrad um ein Vielfaches. Den zweiten Anlauf, den die 28-jährige Tennislehrerin nach ihrer Pause nimmt, erlebt einen Boost. Und es gab einige, die ihr das lavaorangene Cabrio, das das ganze Turnier über verlockend aus der Ecke des Centercourts leuchtete, gegönnt hätten. Aber die Vorjahressiegerin Angelique Kerber hatte etwas dagegen, nahm die Schlüssel für den Porsche Boxster strahlend in Empfang- und bestätigte "zuhause" ihre Weltklasse-Form für dieses Jahr, das mit dem Sieg bei den Australian Open so gut für sie begonnen hatte. Stuttgart ist eine bedeutende Standortbestimmung auf rotem Sand. Mit diesem Spielbelag hat sich die Kielerin ja mittlerweile angefreundet. "Ich weiß, das ich große Turniere gewinnen kann", sagte die Nummer drei der Welt auch mit Blick aufs Grand-Slam-Turnier in Paris (16. Mai bis 15. Juni). Interessant dürfte dann das Wiedersehen mit der großen Serena Williams werden.

Nicht nur sie, auch die anderen deutschen Akteurinnen prägten das älteste europäische Premium-Hallenturnier (seit 1978). Neben sechs Spielerinnen im Doppel - Sabine Lisicki stand mit Lucie Safarova und Anna-Lena Grönefeld mit Kveta Peschke jeweils im Halbfinale) - starteten acht deutsche Einzelspielerinnen im 32er-Hauptfeld. Wie wichtig das ist, mussten die Sportliche Leiterin Anke Huber und WTA-Supervisor Laura Ceccarelli nicht lange betonen. Schon im Achtelfinale trafen Kerber und Annika Beck aufeinander und die Zuschauer erlebten ein hochspannendes Match, weil die Topfavoritin über drei Sätze gehen musste. Auch das Achtelfinalmatch Andrea Petkovics gegen die Topgesetzte Agnieszka Radwanska war hochdramatisch. Hätte Petkovics Körper beim 1:6, 6:1, 6:2 weniger gezwickt, dann hätte das auch anders ausgehen können. Huber: "Da war etwas Pech dabei."

2007, 2008, 2010, 2011, 2012, 2014, 2015 und jetzt 2016: Zum achten Mal wählen die Spielerinnen das Stuttgarter Turnier zu ihrem liebsten. "Selbst die, die noch gar nicht hier waren, wählen es, weil es sich herumspricht", weiß Ceccarelli vom WTA zu berichten. Die attraktive Umgebung, die aufwendige Gestaltung der Arena, der Rundumservice für Spielerinnen und Trainer, der enorme Zuschauerzuspruch und die einzigartige Atmosphäre - Turnierdirektor Markus Günthardt spricht da gerne von einer "Kreation". "Wir sorgen für die Bühne, auf der sich alle wohlfühlen sollen", formuliert Günthardt. Mit diesem Rezept fahren er und Titelsponsor Porsche hervorragend. Der anfängliche Schock darüber, dass der einstige Turnier-Star Maria Scharapowa nicht dabei sein wird, sei deshalb schnell verflogen: "Ich habe kaum Fragen beantworten müssen", meint Günthardt. "Perfect Match" eben - in Stuttgart passte mal wieder alles zusammen.

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26.04.2016, 06:00 Uhr

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