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Brüsseler Attentäter wollten ursprünglich erneut in Paris zuschlagen

Terror: Dritter Mann enttarnt

Nach und nach entlarven die belgischen Ermittler das Terrornetzwerk von Brüssel. Der ominöse "Mann mit Hut" sitzt nun auch in Haft.

11.04.2016
  • DPA

Brüssel. Die Attentäter von Brüssel wollten eigentlich einen neuen Terroranschlag in Frankreich verüben. Die Islamisten kamen aber wegen intensiver Polizeiermittlungen unter Zeitdruck und wichen auf Brüssel als Anschlagsziel aus. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Belgien gestern mit. Sie identifizierte zudem den fieberhaft gesuchten "Mann mit Hut", den dritten mutmaßlichen Terroristen vom Brüsseler Flughafen: Es ist der am Freitag gefasste 31-jährige Belgier Mohamed Abrini.

Dieser Fahndungserfolg untermauert die Verbindungen zwischen den Terrorserien von Brüssel und Paris. Abrini wurde bereits seit Ende November wegen mutmaßlicher Unterstützung der Pariser Anschläge mit 130 Todesopfern gesucht. Nach seiner Festnahme konfrontierten die Ermittler den 31-Jährigen mit Indizien, worauf dieser seine Anwesenheit am Tatort zugab. Abrini werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie terroristische Morde vorgeworfen - sowohl im Verfahren zur Pariser Mordserie als auch in den Ermittlungen zu den Brüsseler Anschlägen vom 22. März.

Mit Osama K. ist zudem der zweite überlebende Terrorverdächtige in Haft, der an einem der Brüsseler Tatorte beobachtet wurde. Osama K. ist einer der beiden Männer, die Salah Abdeslam im Herbst in Ulm abgeholt hatte. Er konnte als Begleiter des Attentäters, der sich in der Metro in die Luft sprengte, identifiziert werden.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahn-Wagen hatten die Terroristen am 22. März 32 Menschen getötet. Die Terrorserie von Paris am 13. November vergangenen Jahres kostete 130 Menschen das Leben, zudem starben am Tag der Anschläge und bei einer späteren Polizeiaktion insgesamt neun Attentäter.

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen räumte ein, dass sein Amt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anfangs falsch eingeschätzt habe. So habe man es zunächst für unwahrscheinlich gehalten, dass der IS den Flüchtlingsstrom nutzen werde, um Anhänger nach Deutschland zu bringen, sagte er der "Welt am Sonntag". Maaßen erneuerte seine Warnung vor möglichen Terroranschlägen in Deutschland. "Der IS will auch Anschläge gegen Deutschland und deutsche Interessen durchführen."

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11.04.2016, 06:00 Uhr

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