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Terrorgefahr für Urlauber
Wegen der Anschläge in Ägypten vorzeitig abgereist: „Mein Schiff 3“. Foto: Carolin Otersen/Tui
Reisen

Terrorgefahr für Urlauber

Warnungen des Auswärtigen Amtes gibt es zurzeit für sieben Länder weltweit, aber auch in anderen droht Gefahr. Urlauber sollten religiöse Stätten und große Versammlungen meiden.

11.04.2017
  • BIANCA FRIESS

Berlin. Zwei Kirchen in Ägypten sind am Palmsonntag zu Anschlagszielen geworden, mehr als 40 Menschen wurden in Tanta und Alexandria getötet. Das Tui-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ lag währenddessen im Hafen von Alexandria – und ist viereinhalb Stunden früher als geplant wieder ausgelaufen, berichtet ein Unternehmenssprecher: „Die Entscheidung ist gefallen, um komplette Sicherheit für die Gäste zu haben.“ Doch gibt es derzeit überhaupt komplette Sicherheit für Urlauber? Wo ist beim Reisen Vorsicht geboten?

Das Auswärtige Amt (AA) weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass weiterhin auf der ganzen Welt die Gefahr terroristischer Anschläge und von Entführungen besteht. Besonders vorsichtig sollten Reisende an Orten „mit Symbolcharakter“ sein. Dazu zählen etwa Regierungsgebäude und religiöse Versammlungsstätten. Generell sollten größere Menschenansammlungen gemieden werden. „Reisende sollten sich vor und während einer Reise sorgfältig über die Verhältnisse in ihrem Reiseland informieren“, heißt es vom AA.

Sieben Länder auf der Liste

Für sieben Länder besteht aktuell eine Reisewarnung. Damit rät das Amt dringend, Reisen in diese Länder zu unterlassen. Reisewarnungen sind sehr selten – sie werden nur dann ausgesprochen, wenn „aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen gewarnt werden muss.“

Betroffen sind zurzeit die Zentralafrikanische Republik, der Jemen, Syrien, Libyen, der Irak, Afghanistan und Somalia (Stand: 10. April 2017). Für einige andere Länder herrschen so genannte Teilreisewarnungen, die sich nur auf bestimmte Regionen eines Landes beziehen. Das ist beispielsweise in Ägypten der Fall: Hier wird etwa „vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet dringend gewarnt“. Auch für die Philippinen, die Ukraine und Algerien gelten solche Teilreisewarnungen. Insgesamt betrifft das rund 20 Länder weltweit.

Welche Möglichkeiten haben Urlauber, wenn eine Reisewarnung für ihr Reiseland ausgesprochen wird? „Verbraucher haben bei so genannter höherer Gewalt die Möglichkeit, kostenlos eine Pauschalreise zu stornieren“, sagt Dunja Richter, Juristin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Eine Reisewarnung ist ein Indiz dafür, dass eine „höhere Gewalt“ vorliegt. Richter rät dazu, Kontakt zum Reiseveranstalter aufzunehmen und um Stornierung zu bitten. Diese Möglichkeit gibt es aber natürlich nur, wenn die Reise gebucht wurde, bevor das AA eine Warnung für das Gebiet herausgegeben hat.

In vielen Fällen kommen die Reiseveranstalter selbst auf die Urlauber zu und kündigen die geplante Reise, wenn vom AA eine Warnung ausgesprochen wurde: „Die Reiseveranstalter richten sich nach den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts und bieten keine Reisen in Gebiete an, für die explizite Reisewarnungen bestehen“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband.

Er rät, sich vor einem Urlaub unbedingt die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts anzusehen: „Man sollte sich ständig informiert halten, was angebracht ist“, sagt er: „Hinweise und Aufforderungen sollte man ernst nehmen.“

Trotz aller Warnungen: Das Risiko, Opfer eines Anschlags zu werden, ist immer noch relativ gering – im Vergleich zu anderen Gefahren, die Reisen ins Ausland mit sich bringen, betont das AA: Unfälle etwa, Erkrankungen oder die ganz alltägliche Kriminalität im Urlaubsort.

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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