Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Kommentar

Teure Traubenretter

21.04.2017
  • KAREN EMLER

Stuttgart. Zugegeben: Das Bild der beiden Eurocopter, die bei Sonnenaufgang über den Weinbergen schweben, hat was. Doch abseits von der Debatte, ob es nun ein wildromantisches oder eher martialisch anmutendes Fotomotiv ist, stellt sich die Frage nach der Sinn des Unterfangens. Da fliegen Hubschrauber für 40 000 Euro los, um Spätfrostschäden bei Trauben zu vermeiden. Ist das ökologisch und ökonomisch vertretbar? Wohl kaum.

Landwirte haben seit eh und je mit den Unbillen des Wetters zu kämpfen: Sturm, Hagel, Dürre, Starkregen und eben auch Spätfrost. Ein Blick in den hundertjährigen Kalender zeigt, dass solche Phänomene immer wieder auftreten und zu entsprechenden Schäden führen. Gerade die Wein- und Obstbauern haben in vielen Regionen Deutschlands deshalb Strategien entwickelt, um ihre Ernte zu schützen. Das reicht vom Abfackeln großer Wachskerzen über Strohfeuer bis zum Eismantel. Der Ideenreichtum der Bauern ist erstaunlich – und alles in allem meist umweltverträglich.

Darauf sollte auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister vertrauen, bevor er wieder Hubschrauber als Luftverwirbler und Temperaturmixer in den Einsatz schickt. Auch wenn das Ganze als Test deklariert wurde: Für eine Landesregierung, die zu einem Großteil aus Grünen-Politikern besteht, ist so ein Vorgehen zu abgehoben.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball