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23.11.2015

Rambo ist auch einer der Paten der vierten Regie-Arbeit von Ben Stiller (zuletzt „Zoolander“). In der Tradition des von Sylvester Stallone gespielten Rammbocks ist ein Hollywood-Filmteam wieder mal im Begriff, den Vietnamkrieg wenigstens auf der Leinwand zu gewinnen. Doch die Dreharbeiten im asiatischen Dschungel versinken wie einst bei Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ im Chaos. Der Pyrotechniker verpulvert sinnlos Millionen; der per Video zugeschaltete Produzent (köstlich: Tom Cruise) ist ein bissiger Pittbull, und die Schauspieler gerieren sich wie Prinzessinnen auf der Erbse.

Um ihnen das rechte Kriegs-Feeling einzubleuen, setzt der Regisseur seine in inniger Abneigung verbundenen Stars kurzerhand in der Wildnis aus. Das schnell aus dem Ruder laufende Blair-Witch-Experiment nehmen Stiller und sein Drehbuchautor Justin Theroux zum Anlass eines satirischen Rundumschlags gegen die Hollywood-Szene im allgemeinen und das Vietnam-Genre im besonderen.

Stiller selbst spielt einen geistig beschränkten Action-Haudegen, der um des heiß ersehnten Oscars Willen gerade einen geistig Behinderten gespielt hat (das leitmotivische Ausweiden dieser Rolle hat in den USA zu Protesten von Behindertengruppen geführt, ist aber halb so schlimm). Zum weiteren Personal zählen der nach Drogen winselnde Held von Furzfilm-Blockbustern (Jack Black), ein insgeheim schwuler Pussy-Rapper (Brandon T. Jackson) und ein vor Eitelkeit schier berstender Charaktermime mit fünf Academy Awards im Marschgepäck (Robert Downey, Jr.).

Diese Karikaturen sind teils grob gekrakelt, teils akkurat ziseliert, aber meistens ziemlich witzig – besonders in den ganz am Anfang verabreichten fiktiven Trailern. Im übrigen entwaffnet die höllisch hohe Frequenz der klamaukigen und gut parodistischen Einschläge fast jede Kritik. Zwischen lustig quellenden Eingeweiden und dem feinen Spott über das Vietnamkriegs-Pathos eines Oliver Stone liegt nur ein Schnitt. Doch bei aller Lust am Ablästern – richtig garstig wird der Film nie. Alle Protagonisten sind und bleiben trotz ihrer absonderlichen Macken im Grunde Kerle zum Knuddeln. Schließlich will Ben Stiller irgendwann mal selber einen Oscar kriegen.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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