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The Lady in the Van

The Lady in the Van

Maggie Smith spielt eine Obdachlose, die sich mit ihrem Lieferwagen in der Einfahrt eines berühmten Schriftstellers festsetzt.

The Lady in the Van

Großbritannien 2015

Regie: Nicholas Hytner
Mit: Maggie Smith, Alex Jennings, Frances de la Tour

105 Min. - ab 6 Jahren

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01.01.2016
  • Dorothee Hermann

Miss Shepherd ist alt, und sie lebt auf der Straße. Für die meisten Bewohner einer gediegenen Straße im Londoner Stadtteil Camden ist nicht das der Skandal, sondern die Tatsache, dass der zerbeulte Lieferwagen, in dem die alte Frau haust, den gepflegten Eindruck der Gegend stören könnte. Wider Erwarten tut sich in diesem Bollwerk der Respektabilität eine rettende Lücke auf: Miss Shepherd kann ihr Gefährt vorübergehend in der Auffahrt des Schriftstellers Alan Bennett (Alex Jennings) abstellen – und bleibt 15 Jahre.

Die 81-jährige britische Schauspielerin Maggie Smith gibt die streitbare Greisin mit so viel Würde und Schlagfertigkeit, dass es völlig unnötig ist, sie einerseits als von Schuldgefühlen in diese Lebensform getriebene Alte darzustellen, und sie zudem mit einem hochrespektablen Hintergrund auszustatten: als hätte Regisseur Nicholas Hytner signalisieren wollen, wie ungemein bedauerlich ihr sozialer Absturz doch ist.

Im Gezerre der Nachbarn und anderer Ruhestörer erscheint Autor Bennett als Musterbeispiel einer Humanität, die sich typisch britisch hinter höflicher Distanz verbirgt. Dass er als zwillingsartiges Doppel auftritt, um mäßig bissige Szenenpointen abzuliefern, ist ein bisschen viel des Guten. Leider orientiert sich die Verfilmung stärker an der Salonkomödie als an Bennetts Erinnerungsbuch über die „Dame im Lieferwagen“. Der Soundtrack von George Fenton klingt nach beschwingtem Senioren-Tanztee.

Die widerwillige Toleranz, die Miss Shepherd im Camden der siebziger Jahre erfuhr, ist im heutigen London noch rarer geworden: Anfang Februar 2015 starb die vormalige Konzertpianistin Anne Naysmith, nachdem sie gegen einen Lastwagen gelaufen war. Den Ford Consul, in dem sie wohnte, hatten die Behörden nach Anwohnerprotesten schon Jahre zuvor abgeschleppt.

Obdachlosigkeit als Salonkomödchen. Trotz brillanter Darsteller ein bisschen flach.

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01.01.2016, 09:21 Uhr

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