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24.11.2015

„Es gibt im Leben nur wenig Gutes“, erklärt die Hure Caye (Candela Peña) ihrer illegal in Spanien arbeitenden Kollegin Zulema (Micaela Nevárez), „und wenn Du das verpasst, weil Du gerade telefonierst, wäre das eine große Scheiße.“ Vielleicht gehen die beiden Heldinnen in Fernando León de Aranoas sehenswertem Film deshalb nie an ihre nervig klingelnden Mobiltelefone. Und weil die Anrufer ohnehin Freier sind, und die beiden Frauen in Momenten, die ihnen ganz privat gehören, sich der Demütigung der totalen Verfügbarkeit widersetzen wollen.

Caye und Zulema sind Konkurrentinnen auf einem hart umkämpften Markt, auf dem die Globalisierung ebenso wirkt wie überall bei Lohnarbeitern: Hier die Einheimischen, die um ihren Job fürchten, dort die Illegalen, die die Preise drücken. Zulema, die anschaffen geht, um ihren Sohn in Santo Domingo zu versorgen, zieht in das Haus, in dem die selbstbewusste Caye wohnt. Als die Immigrantin von einem Freier zusammengeschlagen wird, kümmert sich Caye um sie. Zwischen beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die sie verändern wird – und ihr von Zwängen und Gewalt in unterschiedlicher Form geprägtes (Über-)Leben erträglicher werden lässt.

Ähnlich wie in „Montags in der Sonne“ zoomt sich Aranoa in den Alltag derer, die am Rande stehen, hinein und wieder hinaus, ohne dass die Geschichte wirklich zu Ende ist. Die Zuschauer blicken in eine andere Welt, die von der ihren gar nicht so weit entfernt ist, wie sie meinen. Dank der hervorragenden Schauspielerinnen lebt, lacht und leidet man mit, und geht am Ende berührt aus dem Saal. Auch wenn der Film einen Tick zu lang ist und das Kameragewackel einen hin und wieder schwindeln lässt: Reingehen.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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