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The Namesake

Prachtvoll bebilderter Familienroman; widerlegt die Mär vom „Kampf der Kulturen“.

Prachtvoll bebilderter Familienroman; widerlegt die Mär vom „Kampf der Kulturen“.

The Namesake

© null 02:24 min

THE NAMESAKE
USA

Regie: Mira Nair
Mit: Kal Penn, Tabu, Irrfan Khan, Jacinda Barrett

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • toz

Am Mittwoch, 30. Juli 2008, um 21 Uhr im Sudhaus-Biergarten.

Wo die Angst (vor Globalisierung et cetera) regiert, wächst offenbar das Bedürfnis nach einer wärmenden Kuschelecke, wofür sich „Heimat“ schon immer vortrefflich geeignet hat. Jedenfalls ist dies nach „Wer früher stirbt“ der zweite Film, der in die angeblichen Wonnen der ländlichen Provinz eintaucht und damit beachtliche Zuschauerzahlen einfährt.

Diesmal geht die Reise in den holsteinischen Flecken Wacken, wo das Leben der überwiegend mit Viehzucht beschäftigten Bevölkerung einen für Stadtmenschen fast provozierend ruhigen und gelassenen Gang nimmt. Das mag freilich auch an der Darstellung der Regisseurin Sung-Hyung Cho liegen, deren Bilder von wogendem Korn, glücklich grasenden Kühen und behaglich Kaffee schlürfenden Menschen leicht darüber hinwegtäuschen, dass die Landwirtschaft auch hier ein schnöder Industriezweig ist.

Äußerer Anlass der Dokumentation ist ein Heavy-Metal-Festival, das alljährlich Zehntausende aus ganz Europa auf die Dorfwiesen lockt, aber das spielt erst im letzten Drittel eine größere Rolle. Davor porträtiert die seit 17 Jahren in Deutschland lebende Koreanerin ein Handvoll Eingeborener: vom kauzigen Milchbauern über die gottesfürchtige Oma bis zum Teenager mit Modelträumen. Trotz partieller Unzufriedenheit und kleinerer politischer Unkorrektheiten vermitteln sie den Gesamteindruck, hier sei die Welt noch in Ordnung – erst recht, wenn am Ende Dörfler und Schwermetallfans sich feierlich vermischen und letztere beim Begrüßungskonzert der Blasmusikkapelle pflichtschuldig headbangen. Wer darin einen Modellfall kultureller Toleranz sieht, verkennt allerdings, dass Heavy Metal schon immer ein primär auf dem Lande gedeihendes Genre war.

Alles in allem trägt Regisseurin Cho einige possierliche Miniaturen zusammen, ohne dass sie dem Sozialgefüge oder gar der „Seele“ des Dorfes besonders nahe kommt. „Full Metal Village“ ist ein sympathischer, aber oberflächlicher Film, dessen hohe Wertschätzung in den Großstadt-Medien verblüfft. Vielleicht gilt dort schon als Zeichen von Witz oder Wahrhaftigkeit, wenn eine Kuh artgerechte Töne von sich gibt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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