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„The Nucleus Project“ führt die Sequenzierung des Genoms zu Kunstsequenzen alter und neuer Forschung
Bild: Metz
TAGBLATT-Artikel inspirierte zur Fotoausstellung

„The Nucleus Project“ führt die Sequenzierung des Genoms zu Kunstsequenzen alter und neuer Forschung weiter

Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Tübingen im November 2014 stieß der seit 20 Jahren in Boston lebende Künstler Bernd Haussmann auf einen TAGBLATT-Artikel über das erste biochemische Labor, das sich einst in der alten Küche des Schlosses Hohentübingen befand. Dort untersuchte Friedrich Miescher 1869 Zellkerne und isolierte als erster Forscher DNA, was seine Studien zum Ausgangspunkt der Genetik machte.

28.04.2016
  • pme

Tübingen. Bernd Haussmanns künstlerischer Schwerpunkt liegt zwar auch heute noch in der Malerei, aber von 2012 bis 2015 war er Artist-in–Residence am Broad Institute in Boston, einer gemeinsamen Einrichtung der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology. Das Broad Institute ist für seine bahnbrechende Forschung auf dem Gebiet der Genetik bekannt, insbesondere bei der Sequenzierung des menschlichen Genoms. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Haussmann von unserem Artikel inspiriert wurde. Seine Idee: Eine künstlerische Verbindung der Anfänge der DNA-Forschung mit der heutigen Wissenschaft. Das Ergebnis ist eine Serie großformatiger Fotoarbeiten, die unter Mitarbeit des Tübinger Fotokünstlers Werner Trotter entstand.

45 Diptychen stellen Schlossküche und heutige Räume, Forschungsanfänge und Hightechwelt in Tübingen, aber auch in Boston in harten Schnitten nebeneinander. Dazu kommen 11 „Fusion“-Bilder, wie Haussmann sie in seiner heutigen Lebenssprache Englisch nennt – manchmal muss er nach den deutschen Pendants suchen und findet kein zufriedenstellendes Wort. Die Fusionen stellen mithilfe von Überblendungen und sensibler Detailbearbeitungen – hier ist Werner Trotter ein Meister – Alt und Neu ineinander. „Den White Cube finde ich langweilig“, sagt Haussmann und so sind die Arbeiten „The Nucleus Project“ nun gleichzeitig an verschiedenen Orten Tübingens zu sehen, Orten der Wissenschaft: Hauptort ist das Foyer des Interfakultären Instituts für Biochemie (Hoppe-Seyler-Straße 4), weitere Orte sind das Hörsaalzentrum der Morgenstelle, das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen, das Institut für Medienwissenschaft, das Schloss Hohentübingen und das Stadtmuseum Tübingen.

Die Bilder sind auffallend bunt, wirken teils wie Gemälde, die in ihrer Ikonographie gelesen werden wollen. Hausmann ist ja in erster Linie Maler – um Dokumentation gehe es ihm nicht, betont er. Ein Ankauf der Leihgabe seitens der Uni ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Und auch wenn es sich in erster Linie um eine Verkaufsausstellung handelt, wäre der Künstler auf private Nachfrage immer bereit, einen weiteren Originalabzug eines Bildes zu machen.

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28.04.2016, 01:00 Uhr

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