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Als wären die 90er nie zu Ende gegangen

The Prodigy zeigen keinerlei Alters- oder Ermüdungserscheinungen - Public Enemy fordern Frieden

Die HipHopper Public Enemy und die Rave-Punks The Prodigy feiern im fast ausverkauften Münchner Zenith eine schweißtreibende Party.

11.11.2015
  • CLAUDIA REICHERTER

München Holla, das geht ab. Als The Prodigy um halb zehn am Montagabend die Bühne des Münchner Zenith betreten, recken mehr als 5000 Zuschauer in der Kulturhalle jubelnd die Fäuste. Ein paar versinken angesichts ultraschneller, fett röhrender Bässe, hektisch flirrender Stroboskoplichter, harter Gitarrenriffs und von Liam Howlett gezauberter, pumpender Rhythmen in kontemplative Verzückung.

Howlett, der Kopf hinter den Hits der britischen Band, ist kaum zu sehen hinter seinen mit roten Ameisen - dem Logo des dritten Albums "The Fat Of The Land" - verzierten Synthies. Dabei war er in den 1990er Jahren neben Chemical Brothers und Fatboy Slim maßgeblich daran beteiligt, aus Rap, Techno, Rock, Punk und Drum'n'Bass einen neuen Musikstil zusammenzuschustern: den Big Beat. Dieser Sound, von "Breathe" über "Nasty", "Firestarter", "Voodoo People", "Run With The Wolves" zum 1997er-Hit "Smack My Bitch Up" am Ende des regulären Sets, lässt in der Halle keinen kalt - und das Gebäude gut 60 Minuten lang regelrecht erbeben. Alters- wie typenmäßig heterogene Fans tanzen, hüpfen, strahlen, vergessen sich, jubeln. Der Gummibären-Geruch eines Energy-Drinks wabert wie die bunten Scheinwerfer durch den Raum. Schweiß strömt, nicht nur bei den energetisch umherhüpfenden Protagonisten auf der Bühne, sondern auch im Publikum, das diese Band feiert, als wären die 90er nie zu Ende gegangen.

Und doch ist dies das 21. Jahrhundert: MC Maxim Reality steht heute anders als noch bei der zweijährigen "Fat Of The Land"-Tour zumindest ebenbürtig neben Sänger und Shouter Keith Flint. Rastalocke Maxim mit dem ins Gesicht gemalten Ninja-Turtle-Balken ist 48; Flint, der Mann mit dem kurzen blonden Doppel-Iro 46 - doch keiner der Prodigy-Frontmänner lässt irgendwelche Alterserscheinungen erkennen. Live unterstützen das Trio ein Drummer, ein Bassist sowie Marilyn-Manson-Gitarrist Rob Holliday, der auch beim aktuellen Album "The Day Is My Enemy" mitwirkte.

Die Rave-Stimmung im Zenith ist nicht zu überbieten - nur länger dürfte die Party gern noch dauern.

Als Anheizer haben die Briten keine geringeren als die HipHop-Legenden von Public Enemy um Polit- Rapper Chuck D und den unter anderem von einer TV-Kuppel-Show bekannten Wecker-um-den-Hals-Träger Flavor Flav dabei. "Yo Munich!", rief jener genregerecht, als er auf einem blau blinkenden elektrischen Rollbrett die Bühne enterte. Nach einem 45-Minuten-Set samt "Fight The Power" und "Don't Believe The Hype" durfte DJ Lord ein beeindruckendes Scratch-Solo einlegen, bevor die US-HipHopper die Bühne mit einem politischen Aufruf gegen Rassismus und Separatismus dem Hauptact überließen. Auf "1-2-3-Peace" folgte "Breathe".

The Prodigy zeigen keinerlei Alters- oder Ermüdungserscheinungen - Public Enemy fordern Frieden
Maxim Reality rockt mit The Prodigy das Zenith. Foto: Claudia Reicherter

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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