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Fabes Four feiern im Viervierteltakt

The Renderings stellen heute beim Mössinger U&D ihr neues Album vor

Aus dem Güterschuppen zu den Sternen: The Renderings haben heute auf dem U&D mindestens vierfach Grund zu feiern.

28.07.2012
  • Nina Bauer

In der Musik gilt der Viervierteltakt als der Unvollkommene. Gut, zum einen ist das Geschmacksache. Zum andern kann Unvollkommenes ja auch einen besonderen Reiz haben, weil es anders ist, Rock’n’Roll eben. Beziehungsweise Punk. Die Tübinger Punkrockband The Renderings rocken aber nicht nur auf die Vier, sie scheinen an der Zahl einen ganz besonderen Gefallen gefunden zu haben – nicht ganz ohne Grund: Sie sind vier Musiker – macht eine Band. Eins, zwei, drei, vier – wird eingezählt, bevor diese Band los rockt. Von dieser Band erscheint nun ein neues Album, das vierte. Und das hat man folgerichtig „1, 2, 3, 4“ getauft. Unvollkommenes kann also auch durchaus inspirierend sein.

Bis zum letzten Ton selbst produziert

Die Renderings können aber nicht nur korrekt auf vier zählen, auch das mit dem Timing hat die Band verstanden: Als einer der Headliner präsentieren sie beim Umsonst & Draußen-Festival in Mössingen am heutigen Samstag ihre neuen Nummern das erste Mal vor einem Publikum. Es wird außerdem zehnjähriges Band-Bestehen gefeiert. Sowas darf sich getrost eine gelungene Komposition nennen. Und lässt auf Selbiges beim musikalischen Neuling hoffen.

Viel Zeit haben sich Christoph, Fabe, Ronni und Benny damit jedenfalls nicht gelassen. „Als wir die Zusage für den Auftritt hatten, war klar, bis dahin muss die neue Platte stehen“, erzählen die Musiker. Das war im Februar. Außer einer groben Richtung stand bis dato noch nichts.

In wenigen Wochen entstanden zehn Songs, die – kaum fertig gestellt – im Proberaum aufgenommen und in Fabes Wohnung bis zum letzten Ton selbst produziert wurden. Kein perfekt ausgestattetes Studio, keine Profis, die neue Platte sollte komplett die Handschrift der Band tragen.

Ein ehrgeiziges Projekt, das vor allem den Gitarristen jede Menge Schlaf kostete: Im Rahmen seines Studiums an der Hochschule der Medien in Stuttgart arbeitet Fabe zur Zeit in einem kleinen Tonstudio in Bad Cannstatt. Hier durfte er auch an der Platte feilen. „Ich habe dabei eine Menge gelernt, aber einfach war es nicht. Und das mit der Deadline U&D im Nacken“, sagt er. Buchstäblich im Viervierteltakt arbeitete man am perfekten Renderings-Tusch: Platten-Premiere im Band-Jubiläumsjahr live beim Mössinger U&D.

Das erste Werk: „Die for Rock‘n‘Roll“

Die Renderings sind nicht nur in und um dieses Städtchen aufgewachsen, sondern auch eine waschechte Güterschuppen-Band. Eben eine dieser Bands, der das U&D seit fast 30 Jahren seine Daseinsberechtigung verdankt. Grundgedanke ist schließlich, lokalen Bands, die vor allem in den Räumen des Güterbahnhofs vor sich hin schrammeln, eine Bühne zu bieten.

So auch den Renderings. Die schrammelten damals zunächst unter dem Namen Copyright Allstars Hits von Punkhelden wie den Ramones nach. Dabei bestand im Steinlachtal durchaus Punk-Bedarf. „In Mössingen gab es keine reine Punkrockband, das wollten wir ändern“, erinnert sich die Band. Also wurden eigene Songs geschrieben, 2003 veröffentlichten The Renderings ihre erste Platte „Die for Rock’n’Roll“.

Dieser Name ist nun seit zehn Jahren Programm – und die Renderings sind kein bisschen leiser. Erwachsener bestimmt. Das hört man auch der neuen Platte an. Und das nicht nur, weil sie durch und durch eine Eigenproduktion ist. „Mit vielen Songs betreten wir absolutes Neuland“, verraten die Punkrocker.

Das erste Urteil sollen zwar die Mössinger fällen, so viel darf aber vorab schon mal gesagt werden: Gesungen wird in insgesamt – Überraschung – vier Sprachen, der Viervierteltakt wird hingegen auch schon mal verlassen – oder mit ganz anderen Musikstilen kombiniert. Hat schließlich schon mal wunderbar funktioniert: Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte sich die Punkband mit der Tübinger Brass-Formation Louisiana Funky Butts zum Projekt The Brass Punk Maniacs zusammen getan und nach dem Motto „Punk meets Brass“ erfolgreich neue Musikwege beschritten. Nun trifft der Punk einen anderen Musikfreund. Welcher das ist und wie die sich so verstehen, kann man beim ersten Live-Date in Mössingen erleben. Prognose der Autorin: drei Tage Ohrwurm.

Und der bohrt sich dann gleich durch den Globus: Wie bereits vor drei Jahren geht es im August auf Tour durch Südamerika. Im Vier-Viertel-Takt rocken „Fabes Four“ diesen Sommer noch Brasilien, Argentinien und Uruguay – ab August zu verfolgen unter www.therenderings.de.

The Renderings stellen heute beim Mössinger U&D ihr neues Album vor
Ja, es wird ein bisschen lauter: The Renderings feiern (von links Fabian „Fabe“ Schaller, Christoph Metzler, Benny Stolz und Ronni Kwiatkowski). Als Mössinger Güterschuppenband haben sie einst begonnen.Agenturbild

The Renderings stellen heute beim Mössinger U&D ihr neues Album vor

Bandjubiläum und neues Album der Renderings (Bild), das gab es beim Mössinger U&D noch nie. Aber es ist längst nicht das einzige Highlight beim 29. Mössinger Umsonst & Draußen-Festival, das gestern Abend schon zum Auftakt zahlreihe Besucher auf die Hegwiese (beim Freibad) lockte. Heute um 15 Uhr spielt zunächst der Musikverein, dann Buster van Socke, später Low 4, Nina & The Hot Spots, nach den Renderings The Peacocks, in der Aftershow Stumfol und Malum Persicum (www.umsonstunddraussen.com).

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28.07.2012, 12:00 Uhr

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