Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Theater bringt Euthanasie-Drama auf die Bühne
Intendantin Kathrin Mädler. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv dpa
Memmingen

Theater bringt Euthanasie-Drama auf die Bühne

Nach der Verfilmung des Buches «Nebel im August» wird die Geschichte um das kurze Leben und das Sterben des NS-Opfers Ernst Lossa zum Theaterstück.

14.03.2018
  • dpa

Memmingen. Die Uraufführung des Dokumentarschauspiels ist am Freitag (20.00 Uhr) in Memmingen geplant. Bis Juni soll das Stück nicht nur im Allgäu gezeigt werden. Wie das Landestheater Schwaben mitteilte, sind Gastspiele unter anderem in Fürth und im osthessischen Fulda geplant. Intendantin Kathrin Mädler wird das von John von Düffel geschriebene Stück inszenieren.

Vorlage ist die Romanbiografie des Autors Robert Domes aus Kaufbeuren. Er hatte zu Ernst Lossa recherchiert und dessen Leidensgeschichte bekannt gemacht. Der aus Augsburg stammende Lossa war als 14-Jähriger von den Nazis während des sogenannten Euthanasie-Programms im ehemaligen Kloster Irsee ermordet worden. Im Jahr 2016 wurde die Geschichte im Kinofilm «Nebel im August» erzählt.

Das Theaterstück widmet sich nun mit dem Untertitel «Der Fall Ernst Lossa vor Gericht» der juristischen Aufarbeitung des Mordes an dem Kind. Ausgangspunkt ist der Prozess 1949 in Augsburg gegen den verantwortlichen Klinikchef. Das Landestheater will mit der Produktion zeigen, wie weit der Nazi-Terror in die Region reichte. «Die Stationen von Ernst Lossas Leben (Augsburg, Markt Indersdorf, Kaufbeuren und Irsee) zeigen, wie sehr seine Geschichte auch Teil der schwäbischen Vergangenheit ist», betonte die Bühne.

Ergänzend zu den Aufführungen gibt es ein Begleitprogramm von dem Theater und dem Bildungswerk in Kloster Irsee. Dort ist am 20. und 21. April auch ein Seminar geplant, in dem die Patientenmorde während der NS-Diktatur umfassend aufgearbeitet werden sollen. Nach Schätzungen wurden damals bei dem Massenmord mehr als 200 000 behinderte und kranke Menschen umgebracht.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.03.2018, 11:00 Uhr | geändert: 14.03.2018, 08:40 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball