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Schlüsselfigur zeigt kalte Schulter

Theo Zwanziger: Keine weitere Kooperation mit den DFB-Ermittlern

Theo Zwanziger, Schlüsselfigur im WM-Skandal, kooperiert mit den externen DFB-Ermittlern nicht mehr. Zudem dementiert er, Wolfgang Niersbach die beanstandete Steuererklärung "untergejubelt" zu haben.

10.11.2015
  • DPA

Diez Theo Zwanziger hat wenige Stunden vor dem Niersbach-Rücktritt den Konfrontationskurs mit dem DFB verschärft. Der Ex-Präsident beklagt eine "Verleumdungskampagne" und kündigt in der WM-Affäre seine Zusammenarbeit mit den externen Ermittlern des Deutschen Fußball-Bundes auf.

Wie sein Anwalt am Montag in einem Brief an den DFB mitteilte, begründet Zwanziger diesen Schritt mit den angeblichen Verbindungen der Kanzlei Freshfields zum ehemaligen Fifa-Funktionär Mohamed bin Hammam und zum Staat Katar: "Es ist vor diesem Hintergrund unvorstellbar, dass (. . .) es zu einer weitergehend unvoreingenommenen Untersuchung kommen kann".

Zwanziger wird vom Verband Katars wegen angeblich kritischer Aussagen ("Krebsgeschwür des Fußballs") verklagt. Im Zuge der Ermittlungen um eine dubiose Millionenzahlung vor der WM 2006 in Deutschland hatte er den Mitarbeitern der Kanzlei Freshfields vor anderthalb Wochen Dokumente vorgelegt und Fragen beantwortet. Diese Aussage will Zwanziger nun nicht autorisieren, womit sie für die DFB-Untersuchung nutzlos wäre. Damit würde den Ermittlungen, an deren Unabhängigkeit bereits massive Zweifel aufgekommen waren, ein wichtiger Schlüsselzeuge fehlen.

Zwanziger hatte schon seine Verwunderung über persönliche Kontakte von Freshfields-Anwalt Christian Duve und Friedrich Curtius, dem Leiter des DFB-Präsidialbüros, ausgedrückt. In einem zweiten Brief weist er entschieden die Verantwortung für die entscheidende Steuererklärung in der WM-Affäre und den Vorwurf einer absichtlichen verzögerten Abgabe des Papiers. Als damaliger DFB-Präsident sei die Steuererklärung gemäß Satzung nicht in sein Aufgabengebiet gefallen, stattdessen nennt er den Schatzmeister und Generalsekretär als Zuständige: dies waren damals Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach.

Angesichts der "klaren Aufgabenverteilung und dem, im damaligen Zeitpunkt vertrauensvollen und freundschaftlichen Verhältnis meines Mandanten zu Wolfgang Niersbach ist es geradezu absurd, davon auszugehen, dass von meinem Mandanten hier eine Steuererklärung etwa mit problematischem Inhalt "untergejubelt" worden wäre", heißt es in dem Schreiben.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass die von den Behörden beanstandete Steuererklärung des DFB Ende Oktober 2007 vom damaligen Generalsekretär Niersbach unterzeichnet worden sei. Die Erklärung war demnach schon deutlich früher von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert worden. Der Grund für diese mutmaßliche Zeitlücke hatte zu Spekulationen geführt. Gegen Zwanziger, Niersbach und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft nun wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

Theo Zwanziger: Keine weitere Kooperation mit den DFB-Ermittlern
Zieht alle seine Aussagen gegenüber den externen DFB-Ermittlern zurück und schweigt: Theo Zwanziger. Foto: dpa


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